Volkstrauertag? Das Volk trauert nicht. Es bleibt zu Hause.

Nur für die Politiker und Politikerinnen in den Stadtteilen, den Dörfern bis hin zum Bundestag sind die Rituale am Volkstrauertag eine Pflichtübung, ebenso für die Abordnungen von Bundeswehr, Feuerwehr und bisweilen Schulklassen. Fast immer sind Pastorinnen und Pastoren beteiligt, mit einem Gottesdienst oder mit einer Rede am örtlichen Kriegerdenkmal, das den Söhnen und Helden gewidmet ist, die ihr „Leben zum Opfer“ gaben. Nicht fehlen darf bei diesem Ritual die Melodie des Liedes vom „Guten Kameraden“, das schon in der Wehrmacht sehr beliebt war. Und alle legen ihre Kränze ab – eine mehr als problematische Tradition, können sie doch in diesem Zusammenhang nur an die Lorbeerkränze erinnern, mit denen Helden für erfolgreiche Kämpfe, also solche mit vielen getöteten Feinden, dekoriert wurden.

 

 

 

Rechte Kameradschaften und soldatische Traditionsvereine, die früher Ton und Inhalt am Volkstrauertag bestimmten, tauchen derzeit eher abseits der offiziellen Gedenkfeiern auf, um das Heldentum deutscher Soldaten zu beschwören. Aber man täusche sich nicht: Zum letztjährigen Volkstrauertag zog ein gutes Dutzend Mitglieder der rechtsnationalen Landsmannschaft Mecklenburgia am helllichten Tage zur Kranzniederlegung neben den Kriegsklotz am Hamburger Dammtorbahnhof, neben dem sich seit einigen Jahren ein Denkmal für Deserteure befindet.

 

 

 

Die jungen und alten Akademiker ließen sich dabei leiten von der Huldigung eines Medizin-Professors und Oberst-Arztes der Reserve für die Wehrmacht und den „beispiellosen Opfergang von Millionen deutscher Soldaten“ vor Stalingrad. Konsequent diffamiert er die Würdigung von Deserteuren als „abstruse Geistesverirrung“.

 

 

 

Das liegt ganz auf der Linie von AfD-Vize Alexander Gauland mit seiner Forderung, wieder „stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Wenn dieser Mann, der den Tod von Millionen Menschen als „Leistung“ würdigt, immer noch in Talkshows eingeladen wird, steht Schlimmeres zu befürchten.

 

 

 

Wie aber sieht es bei den traditionellen Feiern in der Mitte der Gesellschaft am Volkstrauertag aus? Nein, vaterländische Reden wie noch in den 50er oder 60er Jahren, in denen die Kriegsniederlage mehr betrauert wurde als die Opfer der Kriege, sind kaum noch zu hören. Es wird zum Frieden „gemahnt“. Seit nicht mehr verdrängt werden kann, dass in den beiden Weltkriegen nicht nur deutsche Soldaten starben, sondern vor allem Millionen Zivilisten in den überfallenen Ländern, werden auch diese als „Opfer von Gewalt und Krieg“ in die Ehrung einbezogen. In dem vom Bundespräsidenten 2018 vorgegebenen Totengedenken wird zudem derer gedacht, „die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden“. Es ist bemerkenswert, dass vermieden wird, die hier gemeinten jüdischen Menschen und die Sinti und Roma konkret zu nennen.

 

 

 

Viel schwerer aber wiegt die gleichmachende Aneinanderreihung von Tätern und Opfern unter dem Label „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“. Das widerspricht allen historischen Erkenntnissen, die sich 1997 sogar der Bundestag zu eigen machte: „Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffs- und Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen.“ Die an diesem Vernichtungskrieg beteiligten Soldaten in einem Atemzug zu nennen mit ihren Opfern, kommt einer nachträglichen Verhöhnung gleich. Und kommt denen entgegen, die eine Kehrtwende in der Erinnerungspolitik fordern.

 

 

 

Das ist von denen, die am Sonntag das Totengedenken vortragen, natürlich nicht beabsichtigt und nicht so gemeint. Aber es wird so gesagt. Und es wird praktiziert, wenn zum Volkstrauertag auf dem Ohlsdorfer Friedhof Kränze abgelegt werden, für ermordete Juden ebenso wie für Soldaten, in deren Gräberbereich auch hingerichtete Deserteure, KZ-Häftlinge und Kinder von Zwangsarbeiterinnen bestattet wurden.

 

 

 

Um einer geläufigen Missdeutung vorzubeugen: Auch wenn sie an einem Kriegsverbrechen beteiligt waren, halte ich die meisten Soldaten nicht für Verbrecher. Viele waren nie stolz darauf gewesen, in der Wehrmacht zu dienen. Und wollten gewiss keine Helden sein.

 

 

 

Es gab zu viele. Sie hatten Ehefrauen, Eltern und oft Kinder. Wie sollten sie mit dieser persönlichen Katastrophe leben? Wo sollte ihre Trauer um den Mann, um den Sohn, um den Vater, also den geliebten und geachteten Menschen ohne Uniform, Raum und Zeit finden? Diese Trauer kann und darf nicht kollektiviert und wieder uniformiert werden.

 

 

 

Also: Lasst die falschen Rituale eines staatlich vorgegebenen Volkstrauertages. Notwendig wäre ein Tag, an dem über Ursachen und Wirkungen der beiden Weltkriege nachgedacht und debattiert wird. Privat in den Familien und Freundeskreisen und öffentlich in Rathäusern, Kirchen und – ja, auch da: Kasernen. Leitlinie könnte sein, zu verhindern, dass um deutscher Handels- und anderer Interessen wegen wieder Kriegseinsätze geplant und damit Wege für neue Kriege bereitet werden. Für einen solchen gesellschaftlichen Bildungstag wird noch ein einprägsamer Begriff gesucht.

 

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Vorgeschichtliches

Was ich über die Vorgeschichte weiß: Es durchstreifte der Mensch die Erde hunderttausend Jahre lang in kleinen Stämmen - wahrscheinlich nicht mehr als zweihundert Menschen pro Gruppe. Während dieser Zeit wurde alle Weisheit nach der mündlichen Tradition weitergegeben. Alles, was du wissen musstest, um als Mensch erfolgreich zu sein, wurde dir gesagt und/oder gezeigt, ob es nun darum geht, ein Mädchen zu finden, einen Mann zu finden, Sex zu haben, ein Baby zu bekommen, Nahrung zu finden, Kinder aufzuziehen, mit der Familie umzugehen, mit Nachbarn zu streiten, sich um die Kranken, Alten und Toten zu kümmern, zu kämpfen, zu arbeiten, zu singen, zu tanzen, zu spielen und wirklich geladen zu werden, um mit dem Universum zu verbinden.

 

(Nebenbemerkung: Ich habe den Begriff "Vorgeschichte" schon immer geliebt, was arrogant bedeutet, dass vor der Entstehung unserer Kultur nichts passiert ist.)

 

Jedenfalls dauerte dieser Zustand lange, lange Zeit an. Er war relativ stabil. Frieden auf Erden, wenn man so will. Dann, mit dem Aufkommen der Großlandwirtschaft und der Notwendigkeit immer größerer Landstriche, um sie aufzunehmen, brach das Stammes-System zusammen und die Menschen begannen, in Städten, Dörfern und Städten zusammenzukauern. Kurz gesagt, die unbezahlbare Weisheit, die uns lehrte, wer wir waren und wie wir ein glückliches Leben führen konnten, war für immer für die Menschheit verloren. Was uns zu heute bringt. Ich glaube nicht, dass wir eine neurotische und selbstzerstörerische Spezies geworden sind, weil wir in der Sünde geboren oder anderweitig fehlerhaft sind. Ich glaube, unser Sturz aus der Gnade war einfach ein Vergessen dessen, was wichtig ist.

 

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Der Name

Was eine interessante Idee aufwirft. Hunde & Katzen kennen unsere Namen nicht. Sie sehen das wahre Wir, ohne Spitzname. Wenn sie irgendwas denken, wenn wir in ein Zimmer gehen, ist es wahrscheinlich so etwas wie: "Hey, da ist Essen, Streicheln und Spielen."

 

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Einmal ist jeder Traum zu Ende

Vielleicht gehört es zu unserer grundlegenden Natur, in einen Wachtraumzustand zu verfallen, wenn keine ernsthaften Bedrohungen am Horizont sind. Vielleicht ist das der Grund, warum das Universum als ein gefährliches Universum konstruiert ist - um uns wach zu halten. Vielleicht glaubte Gott, dass es für die Kreaturen in seinem / ihrem Traum überflüssig wäre, ebenfalls zu träumen. Wenn das der Fall ist, der Plan funktioniert, ist mein Traum vorbei. In diesem Traum lebte ich in einer unverwundbaren Festung, sicher vor dem Elend, der Ignoranz, der Eifersucht, dem Hass und dem Chaos, das sie umgab. Ich träumte, dass die Einzelheiten meines Lebens wichtig waren. Ich träumte, dass ich meine kleinen Pläne machen könnte. Ich träumte, dass alle im Wesentlichen nach denselben Regeln spielten. Und schließlich träumte ich, dass mein Traum Wirklichkeit sei. Deshalb spüre ich einen seltsamen Hauch von Dankbarkeit, der unter meiner Trauer, meiner Angst und meiner Wut brodelt. Ich bin dankbar, dass ich noch ein bisschen wach bin. So wie ich das sehe, ist dies ein wundersames Universum, aber auch ein bemerkenswert gefährliches. Schlafwandeln ist schlecht.

 

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Dunkle Worte

Depression.

 

Traurigkeit.

 

Trauer.

 

Der Blues.

 

Selbstmitleid.

 

Melancholie.

 

Bedauern.

 

Reue.

 

Antriebslosigkeit.

 

Gebrochenes Herz.

 

Mürrisch.

 

Dies sind nur einige der Wörter, die mir in den Sinn kommen, wenn ich versuche, meine Stimmung in letzter Zeit zu beschreiben. Jetzt, bevor jemand eine Selbstmordverhütungsnummer in meinem Namen anruft, wisset bitte, dass ich weiß, dass die Bedingungen, durch die diese Worte mich beschreiben, nicht akut sind. Das Problem, wie ich es sehe, ist nicht die Folgerung die man daraus ziehen könnte, sondern das Gefühl, das durch meine düstere Liste von Wörtern angedeutet wird (ich kann nicht glauben, dass ich vergessen habe, "düster" auf die Liste zu setzen). Das Gefühl ist so schlimm, dass ich in der Vergangenheit in der Lage war, Wut zu empfinden, wann immer die Traurigkeit drohte, aus dem einfachen Grund, dass sich Traurigkeit schlimmer anfühlt als Ärger. Ärger kann zumindest nach außen fließen. Traurigkeit fließt ein. Auf der anderen Seite erzeugt Wut Wut im Straßenverkehr und wird von einem Typen in einem Pickup-Truck mit einem Reifeneisen eingeatmet, während Traurigkeit dazu inspiriert, unglaublich schlechtes Fernsehen zu sehen, um von Traurigkeit abzulenken. Und natürlich, beides, Traurigkeit und Wut, entspringen der Angst - Angst, das zu verlieren, was du hast oder Angst davor, nicht zu bekommen, was du willst. Und die Angst entspringt dem festen Glauben, dass das, was Sie haben und / oder wollen, auch nur entfernt wichtig ist. Furchtlos sein bedeutet, frei von Verlangen zu sein - sogar Verlangen nach dem eigenen Leben. Versteh mich nicht falsch, ich bin diesem Bewusstsein nicht einmal nahe. Verdammt, sobald ich dies hier fertig habe, werde ich wahrscheinlich RTL 2 anschauen.

 

 

 

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Wir erzählen uns Geschichten

Wir weben verschiedene Handlungsstränge zusammen und fragen uns, ob das Ergebnis der Geschichte anders sein könnte, wenn wir etwas anderes getan oder gesagt hätten als das, was wir getan oder gesagt haben, während wir wissen, dass die verschiedenen alternativen Ergebnisse nur mehr Geschichten sind - Fiktionen, die uns von dem ablenken sollen, was tatsächlich passiert. Und so machen wir eine Pause vom Weben und beginnen zu atmen, indem wir sanft und unvoreingenommen Hallo sagen zu dem, was ist....

 

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Stimmen der Angst

Ich glaube, dass die Stimmen der Angst, sowohl von außen als auch von innen, nur dadurch zerstreut werden können, dass man der Stimme vertraut, die aus dem Herzen kommt. Sei still und höre es dir an. Wenn es von Liebe und Mitgefühl für andere spricht, für die Welt selbst, könnte es nur die Stimme Gottes sein - oder ein vernünftiges Faksimile. Wenn es jedoch mit der Angst vor dem Unbekannten knarrt, Angst davor, das zu verlieren, was Sie haben oder nicht bekommen, was Sie wollen, dann könnte es nur die Stimme von Rupert Murdoch sein - oder ein vernünftiges Faksimile.

 

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Das Folgende sind ein paar Fragen, mit denen ich gerungen habe:

Sind wir endlich irgendwann fertig mit per TV und Internetz vorgesetzter Unterhaltung, die auf Erniedrigung, Teenager-Sängerinnen, vorgefertigten Boybands und Rap basiert, oder ist das eine ewige Bestrafung?

 

 

 

Sollten Models nicht ein bisschen wie wir aussehen?

 

 

 

Und schließlich, warum kann ich das Gefühl nicht loswerden, dass die unendliche Leere, die meine Seele zerfrisst und sich weigert, von irgendwelchen externen Mitteln erfüllt zu werden, der geheime Motor ist, der unsere gesamte Kultur antreibt?

 

 

 

Ich warte sehnsüchtig auf Deine Antworten und Kommentare.

 

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Altersweisheit

Alt zu sein ist gar nicht so trist.

Welk darfst du sein oder ranzig,

falls du schon hundert Jahre alt bist.

Schlimmer ist: Alt sein und zwanzig!

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Ein sonniger Herbsttag am Schwanenteich in Stassfurt

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Hallo, wie geht`s ?

In bestimmten Kulturen begrüßen sich die Menschen mit einer kleinen Verbeugung und halten ihre Hände in einer Gebetsposition zusammen. Dies soll vermitteln, dass man die Göttlichkeit im anderen anerkennt. In unserer Kultur grüßen wir uns gegenseitig, indem wir die Hände schütteln, eine Geste, die den fröhlichen Gedanken vermitteln soll: "Siehst du? Ich halte keine Waffe." Persönlich mag ich die Göttlichkeitsgeste "Hallo, wie geht es dir?" viel mehr. (Beide Varianten sogar mehr als die Umarmung, die in mir immer den Gedanken wach ruft, der  andere Mensch wolle mir dabei einen Dolch in den Rücken stechen)

 

Manchmal gehe ich gerne die Straße entlang und erinnere mich daran, dass jede Person, die ich sehe, göttlichen Ursprungs ist und auf einer Reise einzigartig, tiefgründig, tragisch, freudig und für sie immens wichtig ist (Bahnhöfe sind auch gut für diese Übung). Nun, das heißt nicht, dass ich andere nicht als bloße Geschwindigkeitsbegrenzungen auf meiner kleinen Fahrt durch das Leben betrachte. Ich finde nur, dass es mir besser geht, wenn ich mir die geringste Mühe gebe, diesen Funken Göttlichkeit in den Menschen anzuerkennen, denen ich begegne. Das Leben ist weniger bedrohlich. Ich fühle mich sicherer. Mehr dazu geneigt, offen und liebevoll zu sein. Mehr geneigt, die Sicherheit zu verlassen.

 

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Christen! Man muss sie einfach lieb haben.

Ein extraordinärer Diskurs. Mit mir selbst. Ogottogott!

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„Gottes Wille“ versus „mein Wille“

Ich habe nie den Satz "Gottes Wille wird getan" verstanden. Aufgewachsen in der Da-Da-Er, hätte ich es wahrscheinlich nie gehört, wäre es nicht im Fernsehen und in Filmen vorgekommen (Religiöse Revolverhelden im Wilden Westen schienen es oft zu sagen). Die Psyche während meiner Kindheit in den Sechziger und Siebzigern  feierte unseren Willen, nicht Gottes Willen - und wir glaubten, unser Wille sei grenzenlos. Aber zum Glück, als ich älter geworden bin, habe ich erkannt, dass mein Wille alles andere als grenzenlos ist. Ich kann mich dem Wissen widmen, aber nicht der Weisheit. Ich kann mich vergnügen, aber nicht glücklich machen. Ich kann Geld machen, aber komme dadurch nicht zu einem Gefühl der Sicherheit. Ich kann mich zu Gemüse und Aerobic durchringen, aber nicht zu guter Gesundheit denken. Hölle, ich kann mich ins Bett legen, aber nicht schlafen. All dies führt mich zu dem Schluss, dass meine tiefsten Wünsche niemals durch die Ausübung meines Willens erreichbar waren. Es gibt ein Gefühl der Erleichterung in dieser Schlussfolgerung. Und wenn Gott gegenüber den Menschen keine Alte-Testaments-Einstellung mehr hat, gibt es ein bisschen Hoffnung.

 

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Sind wir bald wieder im Neandertal? – Auf dem Wolfsfelsen hoffentlich nicht..

Ich bin der Meinung (auch wenn es mir selber nicht gefällt), dass der Mensch keineswegs ein reines Geisteswesen ist, das unbefleckt auf die Welt kommt. Er ist vielmehr ein Wesen des Übergangs, welches das Erbe seiner Geschichte in sich trägt. Er ist Nachfahre des Neandertalers und noch viel früherer Lebensformen in der Kette der biologischen Evolution. Und er ist Vorfahre zukünftiger Lebensformen in einem Universum, das den weitaus größten Teil seiner Zeit noch vor sich hat. Das Erbe des Neandertalers siedelt im Stammhirn, das sich im Lauf der menschlichen Entwicklung kaum verändert hat. In ihm arbeiten Überlebensprogramme aus einer Zeit, als es zum guten Ton gehörte, Angehörige eines anderen Stamms mit der Keule zu erschlagen.

 

Erst die Beschreibung des heutigen Menschen als Übergangswesen gibt dessen Leben einen Sinn. Welchen Sinn, kann der Mensch nicht erkennen. Sicher erscheint mir nur, dass es hinter der Evolution, hinter der längst nicht beendeten Entwicklung des Menschen als deren höchster Form, ein Geheimnis geben muss, einen Plan. Dieses Rätsel nicht lösen, von der Wirklichkeit immer nur ein Abbild erahnen zu können erzürnt mich mehr als alle anderen Zumutungen, die das Leben für mich bereithielt und bereithält.

 

Manchmal beklage ich fast, in einer fast nur von den Geisteswissenschaften geprägten Gesellschaft zu leben.

 

Viele glauben ja nach wie vor, dass der Mensch als unbeschriebenes Blatt geboren werde und es allein auf die Erziehung und das soziale Umfeld ankomme, ob er sich vorteilhaft entwickle. Diese Überzeugung mag sich daraus nähren, dass sie den Zeitgenossen sympathischer erscheint als die Idee, mit jedem Säugling komme auch der Neandertaler wieder auf die Welt. So sehen sich die Menschen lieber als Geisteswesen, die sich abgekoppelt haben von der Biologie. Dabei hat diese (und die Medizin) längst bewiesen, dass schon im Embryo Programme ablaufen, ohne die der Säugling keine Sekunde überleben könnte. Gesellschaftliche Wirklichkeit betrachte ich stets als das Zusammenspiel einer kaum überschaubaren Zahl von biologischen, kulturellen, politischen Faktoren und Einflüssen. Zivilisation ist für mich wie für Stephen King eine zerbrechliche dünne Schicht über dem biologischen Erbe. Ein Produkt unentwegter Mühen, die Urantriebe des Neandertalers zu zügeln. Es ist nicht "biologistisch", auf der Tatsache ihrer Existenz zu beharren, sondern wirklichkeitsfremd und im Zweifelsfall gefährlich, ihr Wirken zu bestreiten. Zumal nicht allzu viel dazu gehört, um den Neandertaler in uns, um dessen einst überlebensnotwendige Verhaltensprogramme – Territorialität, Fremdenfeindlichkeit usw. – vom Zivilisationsdruck zu befreien. Das gelingt heute noch.

 

Ein Appell an den Neandertaler fast in Reinform – das war die Propaganda des Nationalsozialismus. Die Befreiung von den Zumutungen der Zivilisation empfanden die meisten Deutschen als Erlösung.

 

Die Nazis verstanden es besser als jede andere Partei und Bewegung, die Jugend für sich zu gewinnen. Die Historiker finden unter den Jugendlichen dieser Zeit bis heute nur wenige bunte Sprengsel in der braunen Flut (wie etwa die Weiße Rose oder die Edelweißpiraten).

 

Und wenn es in der heutigen reizüberfluteten Welt auch etwas schwerer ist bedient die AFD gekonnt dieselben modernisierten und angepassten Mechanismen.

 

So gut das die Warnung „Wehret den Anfängen“ längst von der Realität überholt und als zu spät eingestuft werden kann.

 

Es ist für mich erschreckend zu sehen, wie nicht nur durch deren Wirken die Saat von Dummheit und Ignoranz sich auf dem gesamten Planeten ausbreitet. Fast scheint mir die Menschheit marschiert fast geschlossen zurück in Richtung Neandertal.

 

Dieser Blog wurde einst aus verschiedensten Motiven gestartet, einer davon war ein Pfahl in einem Wall zu werden, der versucht diese Entwicklung zumindest ganz kurz aufzuhalten, mehr vermag er wohl auch nicht.

 

Umso verwerflicher, das er aufgrund meiner beruflichen Entwicklung bei AMAZON und der Betriebsrats-Geschichte sträflichst vernachlässigt wurde. Dies soll sich wieder ändern, wieder sollen hier mehr oder weniger regelmäßig meine Gedanken, manche Erlebnisse, Reflektionen usw. erscheinen. Und mit diesem Artikel ist der Neu-Anfang gemacht.

 

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Ich schreibe dies am 26.02.2019 zwischen 3 und 4 in der Nacht

Wenn alles wie geplant läuft, liest man es frühestens 27.02 oder später. Da ich keine Ahnung habe, was der Gangster-Chef Trump zwischen jetzt und dann tun könnte, dachte ich, ich werde meine Empörung jetzt zum Ausdruck bringen. Meine Vorurteile, wenn du so willst. Nennen wir es vorausschauende Ekelhaftigkeit. Oder im Voraus entsetzt zu sein. Der Punkt ist, dass ich versuche, meiner unvermeidlichen Empörung zuvorzukommen.

 

Denn egal wie schnell man auf Trump reagiert – man ist noch entsetzt, da schießt er schon den nächsten Bock.

 

(Wobei mir durchaus bewusst ist, das ich im Moment auf fast nichts schnell reagiere und diesen Blog vier Monate arbeitsbedingt sträflich vernachlässigt habe)

 

Auf diese Weise, nunmehr schon vorher empört zu sein, unabhängig davon, welches Gesetz gebrochen wird oder welcher mörderische Diktator einen amerikanischen Pass bekommt, werde ich bereits darauf reagiert und mich abreagiert haben. Natürlich, wenn er Pjöngjang oder Toronto atomisiert, um vom Geschwätz der Anklage abzulenken, behalte ich mir das Recht vor, doch wieder aufgebracht zu sein.

 

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Meine neue tägliche Herausforderung

Ich habe lange geglaubt, dass, wenn es einen Zweck in unserer Existenz gibt, er darin besteht, das Geheimnis und die Schönheit der Schöpfung zu bezeugen. Mein Denken war, wie immer, einfach - ein unbeobachtetes Universum ist nur eine verschwendete Anstrengung. Was ist ein Stück ohne Publikum? Ausgehend von diesem Verständnis glaube ich weiterhin, dass die Schlüsselkomponente für ein bewusstes Leben die Neugierde ist. Was wird als nächstes passieren? Warum passiert das jetzt? Wie funktioniert das? Wo kommt es her? Wohin geht es? Neugierig zu sein bedeutet, im Moment zu sein. Im Moment zu sein bedeutet, in einem Zustand der Gnade zu sein. Und doch, je älter ich werde, desto mehr neige ich dazu, von dem, was ist, wegzuschauen und Zuflucht in meinen beharrlichen Vorstellungen davon zu suchen, was sein sollte. Deshalb besteht meine tägliche Herausforderung darin, dem Sirenengesang der Nostalgie zu widerstehen. Ich wurde geschaffen, um in Ehrfurcht und Staunen inmitten des Spektakels der Ewigkeit zu stehen. Und anscheinend, um BLOG-Beiträge wie diesen zu schreiben.

 

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Mittag

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Manchmal ist ein Artikel hier einfach nur ein Artikel

Sigmund Freud war ein begeisterter Pfeifenraucher. Die Legende besagt, dass während eines Vortrags über die sexuellen Implikationen von oralen Fixierungen ein schelmischer Teilnehmer ihn fragte, was die unbewussten Bedeutungen hinter seinem ständigen Paffen waren. Die Antwort des großen Mannes war: "Manchmal ist eine Pfeife nur eine Pfeife." Im Laufe der Jahre hat sich dieses Zitat irgendwie in "Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre" verwandelt. Wie dem auch sei, die Absicht ist die gleiche. Ab und zu gibt es keinen Untertext, keine versteckte Bedeutung. Nach meiner eigenen Erfahrung würde ich sagen: "Manchmal ist ein Wolf nur ein Wolf." Davon abgesehen, denke ich, dass wir uns alle einig sind, dass eine Zigarre immer ein entzündbarer Penis ist.

 

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Das war das Wochenende

•Frau Erika Holz hat ihre Handtasche im Swingerclub Herne liegenlassen, es aber gleich während der Rückfahrt gemerkt. Die Enddreißigerin drehte sofort um und konnte ihre Handtasche schon wenige Minuten später in Empfang nehmen. Wer trotzdem sachdienliche Hinweise loswerden will, soll es bitte anderweitig (z.B. Herr Holz).

 

•Verrückte Welt: Bei den Heinzes (Marburg) klappte die Installation einer Software einwandfrei, bei einer anderen Familie, die namentlich nicht genannt werden möchte (aber niemand, den man kennt), die Installation einer (anderen) Software nicht.

 

•Rainer Bogelzuse aus Berlin hatte zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren wieder Geschlechtsverkehr. Es gefiel ihm nach eigenen Angaben gut. Seine Frau war weniger begeistert, haha!

 

•Rodrigo Gonzalez Benedetto Offspring Müller fuhr am Samstag gegen 17 Uhr in den Baumarkt und bekam alles, was auf seinem Einkaufszettel stand (bis auf Schreckschrauben).

 

•Herr Bogelzuse hat anscheinend noch einmal nachgerechnet und ermittelt, daß es nur dreieinhalb Jahre waren. Kommentar Bogelzuse: "Flüchtigkeitsfehler."

 

•Eine ergebnisoffen angelegte Diskussion zwischen zwei Männern in Stuttgart (Schwaben), wann die beste Zeit sei, Winterreifen aufzuziehen (Winter? Sommer?), dauert zur Stunde noch an.

 

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Die Methode der Wiederholung

Wir sind wieder in einem Moment in der Geschichte angekommen, in dem die Wahrheit als "das, woran man andere Menschen glauben lässt" definiert werden kann. Die Methode zur Schaffung dieses Glaubens ist Wiederholung. Sag mal genug genug und es wird für Millionen von Menschen die Wahrheit. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Deshalb ist die Kontrolle der Medien gleichbedeutend mit der Kontrolle der Bevölkerung. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Und auch warum ein Social-Media-Unternehmen wie FATZEBUCH so gefährlich ist. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Jetzt gibt es diejenigen, die argumentieren, dass dies bereits geschehen ist und dass dieser Datenkrake immer größere Beeinflussung ausübt. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Die Tatsache, dass der letzte Skandal für den Kraken selbst durch Schadensbegrenzung des Firmengründers und Chefs glimpflich ausging, ändert nichts daran. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Natürlich wäre diese Tatsache völlig belanglos, wenn die oft wiederholten Unwahrheiten, die sie in den Zeitgeist einfließen lassen wollten, einfach amüsant oder schlimmstenfalls unflätig waren. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Aber leider ist das nicht der Fall. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Die schwere Wiederholung von Lügen und Abstrichen für politischen Gewinn ist keineswegs belanglos, wie die zahlreichen Fake-News und Tiraden der AFD dort zeigen. Ich bin wie ein Hengst ausgestattet. Deshalb muss jeder von uns die Ressourcen nutzen, die uns zur Verfügung stehen, um die Wahrheit zu verbreiten. Ich bin ausgestattet wie ein Pony.

 

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WEINBERGSGRUND im Juni 2018

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Expedition ins SEENLAND

"Der Ortsteil Nachterstedt liegt im nordöstlichen Harzvorland in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortsteils Stadt Hoym zwischen Aschersleben und Quedlinburg. Südwestlich von Nachterstedt fließt die untere Selke, den Norden des Gebietes nimmt der Concordiasee ein, ein im Endstadium rund 600 Hektar großes ehemaliges Tagebaurestloch, das heute als Badesee innerhalb des Harzer Seelands der Naherholung dient."

Was lehrt uns das? Vieles, aber eben nicht alles stimmt so hundertprozentig bei WIKIPEDIA, wie dieser leider veraltete Artikel zeigt..

Die Nachterstedter hatten schon immer zu kämpfen mit dem Abbau der Braunkohle in ihrer Umgebung, 1949 wurde sogar das gesamte Dorf deswegen umgesiedelt:

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Buddha lehrt, dass das erste Prinzip der Existenz Unbeständigkeit ist

Buddha lehrt, dass das erste Prinzip der Existenz Unbeständigkeit ist.

 

Absolut alles in diesem Universum ist unbeständig.

 

Unbeständigkeit schafft Unsicherheit.

 

Ich weiß nicht wie es anderen geht, aber ich habe eine sehr geringe Toleranz gegenüber Unsicherheit.

 

Unsicherheit verursacht mir Unbehagen.

 

Unbehagen bringt mich dazu, dumme Dinge zu denken.

 

Dumme Gedanken veranlassen mich zu dummen Aktionen.

 

Meine dummen Aktionen führen zu unglücklichen Ergebnissen.

 

Zum Glück sind die unglücklichen Ergebnisse unbeständig.

 

Ist das Universum nicht großartig?

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Glück ins Haus, Unglück vor der Tür

Nicht nur Vernunft und Logik haben in unserer Welt die Hosen an. Sondern um das Glück ins Haus zu holen, das Unglück vor der Tür zu halten, den Alltag griffbereit zu ordnen, die Gegenwart schön plan zu halten und die Zukunft hübsch durchsichtig zu machen, kurz: um die Welt auf den eigenen, ganz persönlichen Nenner zu bringen, bedarf der Mensch besserer Mittel. Welcher? Solcher:

 

Wirksamer Liebeszauber ist auf den nördlichen Südseeinseln kein Problem. Die Frau träufelt eine Träne auf ihre Brust und lässt eine zweite auf die Erde fallen, wobei sie den Namen des Angebeteten flüstert. Daraufhin hat sie Erfolg bei ihm oder einem anderen.

 

***

 

Wenn in Großbritannien ein Chaostheoretiker nach dem Aufstehen nicht exakt dreimal vom Bett zum Kleiderschrank hin- und zurückgeht, dabei "Rudeldidudeldidu! Rudeldidudeldidu!" murmelt und mit dem Zeigefinger an die Stirn pocht, löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien ein Erdbeben in China aus.

 

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Bei den am äußersten Rand Zentralamerikas ansässigen Halbindianern muss die Braut zur Hochzeit einen schwarzen Anzug und der Bräutigam ein weißes Kleid tragen. Andersrum gilt es als pervers.

 

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Bei den sinotibetischen Fu-zi kriegen Kinder zur Einschulung eine große Tüte, in der sich ihre ersten Hosen befinden.

 

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In der Schweiz muss eine Wünschelrute vor Gebrauch ausgependelt werden.

 

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Dass Hunde nicht wie Menschen aussehen, hat für die fernasiatischen Wok den einfachen Grund, dass Hunde verhexte Menschen sind. Genauer: Hunde sind von einem bösen Geist besessene Menschen. Man erkennt es daran, dass sie bellen, knurren, beißen.

 

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Ein Drudenfuß, aufs Gesicht tätowiert, ist ein wirksamer Abwehrzauber bei den Belutschen in Außerbelutschistan, denn bei jeder Begrüßung schützt er vor Umarmungen und Küssen.

 

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In der Welt der Kobolde, Feen, Elfen, Poltergeister, Dämonen, Dschinnen und Trolle hat Aberglaube keinen Platz. Über den Wahn, es gebe Menschen, können sie nur lachen.

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Ich glaube, dass Worte Macht haben

Stöcke und Steine können unsere Knochen verletzen, aber Knochen heilen in relativ kurzer Zeit, während ein kritischer Elternteil einen für immer verkrüppeln kann.

 

Die Macht der guten Wörter zeigt zum Beispiel, wenn der geneigte Leser jetzt den Impuls zu lächeln verspürt, wenn er diese Worte liest, und wenn noch nicht, vielleicht dann, wenn ich ihm versichere, das ich dies alles nur für ihn allein schreibe?

 

Ein Beispiel für Wörter, die für das Böse benutzt werden? Man rufe seine/n Ex an und sage ihr/ihm, dass man wirklich Fortschritte in der Therapie mache und nun erkenne, das es richtig war, sich zu trennen..

 

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Ich denke, ich sollte mehr glauben

Gestern habe ich Dan Brown`s „Origin“ ausgelesen, und auch das fünfte Abenteuer des Symbologen Professor Robert Langdon ist fesselnd, spannend, aber vor allen Dingen wieder akribisch recherchiert und informativ – nicht zu vergessen wieder mit einer provokativen These versehen, worüber ich noch lange nachdenken werde; wie es mir bisher bei allen Langdon-Romanen ging.

 

Nicht nur durch dieses Buch und immer öfter je älter ich werde denke ich über den Glauben nach – allerdings nicht nur im engen christlichen (oder islamischen buddhistischen druidischen usw.) Sinn.

 

Ich denke, dass der Akt des Glaubens an etwas uns dazu bringt, uns von diesem Ding zu distanzieren, und so entsteht eine Dualität: man selbst und das, woran man glaubt. Um ein Ding vollständig zu verstehen, muss man dieses Ding sein - sozusagen eine Meile in seinen Schuhen zu gehen - . So scheint es offensichtlich, dass der Zustand des Glaubens an etwas unvermeidlich dazu führt, dass wir dieses Ding nicht wirklich verstehen an das wir glauben. Dieses Unverständnis führt zu allen möglichen Schwierigkeiten. "Ich glaube an die Liebe" hat eine gute Chance, bis zur Scheidung zu kommen, während "Ich glaube an Gott" in Variationen der spanischen Inquisition endet. Aber - und es ist ein großes ABER - wenn man Liebe wäre, könnte man nicht anders als liebevoll und für sich selbst und andere sorgen. Wenn man Gott wäre, würde man allen Wesen und allen Dingen gegenüber so handeln, als wären sie eigene Schöpfungen. Und das, meine Freunde, ist das Geheimnis des Lebens in einem in 22Minuten geschriebenem Text. Natürlich könnte das Geheimnis auch "Sitz, Hasso, Sitz" sein (grins). Wir müssen für alles offen bleiben.

 

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Ich glaube, ich denke zu viel

Ich glaube, ich ertrinke buchstäblich in einem dichten Sumpf von Gedanken. Nein, der Sumpf ist nicht richtig. Es ist eher so, als wäre man mitten in einem Schwarm von Bienen, die alle wahnsinnig herumfliegen und gelegentlich ohne erkennbaren Grund stechen. Ja, Bienen, definitiv - Gedanken sind Bienen. Tatsächlich glaube ich, dass mein ganzes Verständnis der Welt auf meinen Gedanken basiert, die durch meine Emotionen erzeugt werden, die durch ... na ja, ich schätze meine Reaktion auf Dinge, die passiert sind. Jedenfalls verstehe ich die Welt durch den Filter meiner Gedanken und Gefühle. Wenn man die Welt so versteht, bringt das ein interessantes Konzept hervor. Wahrscheinlich, seit wir Kinder waren, hat keiner von uns diese Welt, in der wir leben, direkt wahrgenommen. Was bedeutet es, etwas direkt wahrzunehmen? Nun, ich denke, es würde bedeuten, vollkommen mit diesem Ding zu sein, im Gegensatz dazu, es zu beobachten und darüber nachzudenken. Es ist ein Dualitätsproblem. Hier bin ich, hier bist du. Hier ist ich, hier ist das Sofa. Nachgrübeln, wo das hinführt? Wir leben auf einem Planeten, der von einer Rasse von Wesen beherrscht wird, deren einzige Verbindung zur Realität ständig summt, mentale Bienen. Wir gehen alle durch das Leben in einem Traumzustand, der im besten Fall ein Spiegelbild dessen ist, was wirklich da draußen ist. Es bringt einen zum Nachdenken, oder? Autsch! Teufel noch mal!

 

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Die drei Bäume

Auf einem Feld im Schnee

 

Stehen drei alte Bäume

 

Deren Zweige sich leicht bewegen

 

Im Frostwind dieses Morgens

 

 

 

An einem hängt die Hoffnung

 

Blass und völlig starr

 

Mit schwarzen, langen Haaren

 

Und einem zarten Leib

 

 

 

An einem hängt die Angst

 

Das greisenhafte Baby

 

Mit verwelktem Leben

 

Und blinden, trüben Augen

 

 

 

Am letzten Baum ruht die Sense

 

Von kunstfertiger Hand edel geformt

 

Gemacht für den letzten Hieb

 

Für die Erlösung meiner selbst

 

 

 

So stehen die drei alten Bäume

 

Ewig blattlos und verkrümmt

 

Während sie einzig darauf warten

 

Dass mein Weg zu ihnen führt

 

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Beauty is where you find it

"Guten Morgen See!"

 

Typische Januar-Morgenstimmung dieses Jahr hierzulande:

 

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That the truth

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Dienstag, 2. Januar 2018, 03:24:06 Uhr: Vollmond

Wieder einmal nach langer Zeit ging ich Wasser schöpfen. Über Jahre habe ich verglichen und festgestellt, dass Quellwasser zur Vollmondzeit weicher ist und köstlicher schmeckt als sonst. Ob es nun wirklich energetische Zusammenhänge zwischen Vollmond und Quellwasser gibt, weiß ich nicht, glaube jedoch als zeitweise praktizierender Druide daran. Handelt es sich nun um eine Tatsache oder ruft der Glaube daran bei mir einen Placebo-Effekt hervor? Das ist eigentlich nicht wichtig, so lange es für mich den Zweck erfüllt.

 

 

 

Und so trank ich das Wasser, dankte Mutter Natur und fühlte mich neu belebt, mit genug Energie erfüllt, um dieses Jahr hoffentlich besser zu gestalten und zu erleben als 2017 (jedenfalls was die zweite Jahreshälfte betrifft).

 

 

 

So ich kann, möge diese lebensspendende Energie auf diesem Wege auch allen Lesern dieses Blogs zuteil werden – für ein erfülltes gesundes schönes Jahr 2018 !!!

 

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14.Juli 2017 - Nationalfeiertag im französischem COLMAR

Stilecht eine "Monte Christo" zum Frühstück:

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Harzer Wandernadel Stempelstelle 202 LANDSCHAFTSPARK DEGENERSHAUSEN - Teil 2

Den Park durchqueren Wege von 2,8 km Länge, und wir gingen sie fast alle auf der Suche nach immer neuen Motiven, Bäumen, Büschen:

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Harzer Wandernadel Stempelstelle 202 LANDSCHAFTSPARK DEGENERSHAUSEN - Teil 1

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Harzer Wandernadel Stempelstelle 200 BURG FALKENSTEIN

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Harzer Wandernadel Stempelstelle 207 MAUSOLEUM – Teil 2

Problem Numero Uno –wie in den Harz kommen- löste sich durch den Besuch einer meiner Lieblingsspielerinnen, Artemisia von den Weiden, und so fuhren wir nach Meisdorf. Die Jagd war eröffnet!

 

Wir nutzten den kostenfreien Parkplatz in der Nähe der „Strulle“, eines kleinen Wasserlaufes, der unterhalb der Trift aus dem Berg kommt, eines Stückes Meisdorfer Geschichte. Sie ist nicht nur ein Zeugnis bergbaulicher Aktivitäten rund um Meisdorf, sondern auch eng mit Traditionen verbunden: So ist es in der Selkegemeinde Brauch, hier Osterwasser zu holen.

  

Wann und zu welchem Zweck die „Strulle” gegenüber dem Schlossteich von Meisdorf angelegt wurde, ist nicht bekannt. Ein vermuteter direkter Zusammenhang mit dem ehemaligen Opperöder Steinkohlenbergbau konnte jedoch nicht belegt werden.

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Harzer Wandernadel Stempelstelle 207 MAUSOLEUM – Teil 1

»Und scheint die Sonne noch so schön,

Am Ende muss sie untergehn!«

 

Die Melodie dieser Verse summt mir schon den ganzen Morgen im Kopfe und klingt vielleicht wider aus allem was ich in den letzten Tagen gedacht und teilweise aufgeschrieben (ich arbeitete mal nach längerer Zeit wieder am Roman „Alter ist eine vom Tod umgebene Insel“).

Als der Komiker und Stückeschreiber Ferdinand Raimund am 25. August 1836 von seinem – von ihm fälschlicherweise für tollwütig gehaltenen – Hund gebissen wurde, versuchte er sich auf der Reise nach Wien zu seinem Arzt in der Nacht vom 29. auf den 30. August 1836 zu erschießen. Am 5. September verstarb Ferdinand Raimund im Alter von 46 Jahren an den Folgen seiner Schussverletzung in einem Gasthof in Pottenstein. In einem Stück von ihm erscheinen Jugend und Alter als allegorische Personen, und das Lied welches die Jugend singt, wenn sie von dem Helden Abschied nimmt, beginnt mit den erwähnten Versen. Es heißt „Das Mädchen aus der Feenwelt - Der Bauer als Millionär“. Sobald die Jugend abgeht, sieht man, wie die Person des Helden, der allein auf der Szene zurückbleibt, eine sonderbare Veränderung erleidet. Sein braunes Haar wird allmählich grau und endlich schneeweiß; sein Rücken krümmt sich, seine Knie schlottern; an die Stelle des vorigen Ungestüms tritt eine weinerliche Weichheit... das Alter erscheint.

Naht diese winterliche Gestalt auch schon dem Verfasser dieser Zeilen? Gewahrst Du schon, teurer Leser, eine ähnliche Umwandlung an dem Wolf, der immer jugendlich, fast allzu jugendlich sich bewegte? Es ist ein betrübender Anblick, wenn ein Schriftsteller/Darsteller/Lebenskünstler vor unseren Augen, angesichts des ganzen Publikums, allmählich alt wird.

O, Ihr Götter! ich bitte Euch nicht mir die Jugend zu lassen (aber nur weil es wohl unmöglich ist), aber lasst mir die Tugenden der Jugend, den uneigennützigen Groll, die uneigennützige Träne! Lasst mich nicht ein alter Polterer werden, der aus Neid die jüngeren Geister ankläfft, oder ein matter Jammermensch, der über die gute alte Zeit beständig flennt... Lasst mich ein Greis werden, der die Jugend liebt, und trotz der Altersschwäche noch immer Teil nimmt an ihren Spielen und Gefahren! Mag immerhin meine Stimme zittern und beben, wenn nur der Sinn meiner Worte unerschrocken und frisch bleibt!(Wenn auch auf meinem Haupte das Haar weiß ist)

Mindestens die Hälfte meiner Lebensjahre (und ich befürchte weit mehr) ist vorbei, und es gibt noch so viel zu tun und zu sehen! So heißt es wohl auch das Tempo etwas anzuziehen, ein Beispiel dafür ist die „Harzer Wandernadel“, bei der ich in den letzten drei Jahren gerade mal vier Stempel schaffte (natürlich hauptsächlich auch meinem schmalem Budget und den damit verbundenen Mobilitäts-Beschränkungen geschuldet).

Der Harz erstreckt sich ja bekanntlich über die drei Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.   Durch das Stempelheft der „Harzer Wandernadel“ wird man sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten Stellen im gesamten Harz geführt.

An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen im gesamten Harz stehen die Stempelstellen der „Harzer Wandernadel“ bereit. Sie befinden sich in der Nähe von romantischen Waldgaststätten, rustikalen Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten Aussichtspunkten. Auch Bergwerke, Burgruinen oder Naturdenkmäler und natürlich der majestätische Brocken warten auf Besuch und halten einen Stempel für bereit. Und dabei ist der Reiz, für mehrere Stempel verschiedene Wandernadeln zu verdienen, für einen alten Highscore-Jäger wie mich natürlich ein besonderer Anreiz.

Mit der „Harzer Wandernadel“ kann man den gesamten Harz erwandern und seine ganze Bandbreite erleben. Bekannte Touristenmagneten wie den Brocken, die Rosstrappe in Thale oder das UNESCO-Weltkulturerbe Rammelsberg in Goslar lernt man ebenso kennen, wie kaum bekannte, doch nicht weniger lohnenswerte Ziele – und so wurde diesmal das bis dato mir völlig unbekannte MAUSOLEUM erwandert.

Das Mausoleum ist eine Neugotische Begräbnisstätte der Grafen von Asseburg-Falkenstein und befindet sich am Ortsrand von Meisdorf in unmittelbarer Nähe des Schlosses.

Die Beschreibung wie man dorthin gelangen könnte lautete wie folgt:

„Vom Wanderparkplatz am Ortsrand von Meisdorf erreicht man das Mausoleum über den Selketal-Stieg und kann die Wanderung zum Selkeblick HWN 204 oder zur Burg Falkenstein HWN 200 fortsetzen.“

Und da waren sie schon die ersten beiden Probleme: wie hinkommen – nach MEISDORF und dann zum MAUSOLEUM – wobei letzteres sich erst vor Ort als Problem herausstellte..

 

(wird fortgesetzt)

 

 

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Alle meine Hecklinger Entchen

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Ein neues Auto für den Papst

Der Papst sollte mal wieder ein neues Auto geschenkt bekommen.  Allerdings nicht irgend einen, sondern einen mit besonders guten Pfarreigenschaften und etlichen Spezialausstattungen: besonders leistungsstarken Heiligenscheinwerfern, extra steife Vikarosserie, hiobenliegende Nockenwelle, Rallye-Stigmata, Ministrantiblockiersystem und Exkommunikationssystem inkl. Kruzifax und CMB-Funk.

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Nachdenkliches

Graham Greene sagte einmal:

 

Es ist merkwürdig

 

        dass die Menschen

 

über die wichtigsten

 

        Dinge im Leben

 

so wenig nachdenken.

 

 

Könnte es sein, dass unsere Unzufriedenheit aus den ständigen Zwängen unserer Arbeits- und Lebenswelt resultiert obwohl wir doch "fast alles" haben, was unser Leben schön macht? Fragst Du Dich manchmal auch, ob Du lebst oder gelebt wirst?

 

 

Manchmal brauche ich etwas Zeit, um mir klar zu werden, wie wenig ich brauche um Zu - Frieden - heit zu finden und wie viel ich mir wünsche um meinen Hunger nach Leben zu stillen.

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Frühling (1)

Frühling lässt sein blaues Band

wieder flattern durch die Lüfte;

süße, wohlbekannte Düfte

streifen ahnungsvoll das Land.

 

Veilchen träumen schon,

wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Dich hab ich vernommen!

 

 

(Eduard Mörike)

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Damiens Antworten auf berühmte Zitate (1)

"Zweifel ist der Weisheit Anfang."

Descartes

 

 

"Sicher?"

Damien

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CDU wieder obenauf!

Wäre morgen am Sonntag Wahltag, würden 80 Prozent der Deutschen CDU wählen und 20 Prozent CSU. Mit der Arbeit der Bundeskanzlerin sind 60 Prozent „sehr zufrieden“, 20 Prozent „nicht so zufrieden“ und weitere 20 Prozent „ganz extremst urst superzufrieden“. Dies ergab eine Umfrage unter fünf Wahlberechtigten des Angela-Merkel-Instituts im Auftrag von Angela Merkel.

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Maria`s Tischgespräche 5

»Ich möchte ein gottgefälligeres Leben führen«, sagte der fremde Besucher. »Aber ich kann nicht aufhören, sündigen Gedanken nachzuhängen.«

Ich bemerkte, dass draußen wie so oft in diesem April ein kühles Lüftchen wehte, und sagte zum Fremden:

»Hier drinnen ist es so heiß, könnten Sie nicht hinausgehen und etwas kühlen Wind hereinholen?«

»Das ist unmöglich«, sagte der Fremde.

»Genauso unmöglich wie aufzuhören, Gedanken zu haben, die Gott beleidigen könnten«, antwortete ich.

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Niederlagen und Erfahrungen

Wenn wir ahnen, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen ist, beginnen wir unbewusst, all unsere Niederlagen bis zu diesem Augenblick wie auf einem Video vor unserem inneren Auge an uns vorbeiziehen zu lassen.

Je älter wir werden, desto größer wird natürlich die Anzahl der Niederlagen. Doch mit ihnen ist auch unsere Erfahrung darin gewachsen, wie diese Niederlagen zu überwinden sind und wie man einen Weg finden kann, der uns weiterführt. Auch dieses Band sollten wir in unseren geistigen Videorecorder einlegen.

Sehen wir nur das Video mit den Niederlagen an, lähmt uns das. Sehen wir uns nur das Video mit unseren Erfahrungen an, glauben wir am Ende, dass wir weiser sind, als es tatsächlich der Fall ist.

Wir brauchen beide Videos.

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Zwei Impressionen von den Bruchwiesen bei Hecklingen

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Hat er das wirklich gesagt?

Ja, hat er. Gorbatschow hat wörtlich gesagt: „Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“ Wortwörtlich. Na, und? Ist das originell? Nein. Originell ist, was ein Korrespondent daraus machte: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Das ging um die Welt. Dafür ist Gorbi nun berühmt. Für etwas, das er nie gesagt hat. „Hauptsache, der Name ist richtig geschrieben“, erklärte Curd Jürgens, von dem zu Lebzeiten alles und das Gegenteil von allem zitiert wurde. „Die erfunden Sprüche sind oft schlauer als das, was ich wirklich gesagt habe.“

So ergeht es vielen, und gerade den Großen. Wir wissen nicht, ob der Rabbi Joshua ein einziges jener Worte so gesprochen hat, wie es heute als Jesus-Wort zitiert wird. Das wenigste von dem, was in den Evangelien steht, gilt als authentisch. Und auch dieses wenige wurde erst dreißig Jahre nach seinem Tod aufgeschrieben, von Leuten, die ihn nicht persönlich erlebt hatten. Macht ja nichts! Bei Buddha ist es kaum besser. Mit der Aufzeichnung seiner Reden wurde dreihundert Jahre nach seinem Tode begonnen. Bis dahin wurden sie mündlich weitergegeben, nach dem großmütigen Prinzip „Stille Post“: Jeder erzählt die Version weiter, die er für richtig hält.

Warum auch nicht? Wichtig ist nichts davon. Keiner der heute kursierenden Sprüche von Martin Luther –„Hier stehe ich und kann nicht anders“, „Warum rülpset und furzet ihr nicht“, „Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“- , keiner davon findet sich in seinen Schriften. Diese Worte sind später von anderen ersonnen und ihm zugeschrieben worden, nach dem freizügigen Motto: „Das hätte er auch sagen können.“ Das Wort „Wenn ich einen Furz lasse, soll man es bis Rom riechen“, das steht allerdings in seinen Schriften. Das ist echt.

Intelligent ist es deshalb noch nicht. Das gehört zu den sonderbaren Erfahrungen, die wir machen, wenn wir genauer nachforschen: Die weisen Leute haben bei weitem nicht so viel Weises geäußert, wie von ihnen zitiert wird. Vor allem waren sie nicht so wohlwollend und menschenfreundlich, wie ihre Aura suggeriert. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, schrieb Antoine de Saint-Expury. Bereits zu seinen Lebzeiten war das der Hit unter seinen Sprüchen. Auf jeder Party musste er sich dieses romantischen Zitats erwehren. „Ja, ja“, murrte er dann, „das können Sie jemandem sagen, dem sie auf die Brille getreten sind.“ Man soll Weise nicht mit ihren Weisheiten behelligen. Sie werden sonst sehr ungehalten. Vielleicht, weil sie lieber wahrhaftig als weise sind.

„Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt; genieße ihn, schon auf dem zweiten wirst du straucheln“, heißt eine pointierte chinesische Erkenntnis. In geblümten Spruchsammlungen wird immer nur die erste Hälfte wiedergegeben. Das Straucheln darf nicht vorkommen. Weil es der Lebenswirklichkeit zu nahe ist? Und weshalb heißt es immer hochtrabend „Niemand steigt zweimal in denselben Fluss“, während das griechische Wort „piptein“ im Urtext „fallen“ heißt? „Niemand fällt zweimal in denselben Fluss.“ Hatte Heraklit Humor? Natürlich! Alle Weisen hatten mehr Humor als die Poesiealben ihnen zugestehen! Sie wussten, dass ihre Weisheiten nicht wahr sind. Dass vielmehr die Erkenntnis von Hildegard von Bingen gilt: Von jedem Gedanken, der gedacht werden kann, ist auch das Gegenteil wahr.

 

Das ist ein tiefer mystischer Satz. Und er ist in jeder Lebenslage anwendbar. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben? Häufig bestraft es denjenigen, der zu früh kommt. Und belohnt denjenigen, der zu spät kommt, etwa zum Flugplatz, wo er den Flieger verpasst, der abstürzen wird. Von jedem Gedanken ist auch das Gegenteil wahr.

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Wolfsfelsen-Kunst 2: Jennifer

Wolfsfelsen-Kunst 1: Skizze einer Frau

Anlässlich meiner letzten Siegesfeier, welche gekoppelt mit meiner Siegesfeier war, habe ich nach Jahren mal wieder ein Party-RPG mit dem RPG-MAKER 2000 programmiert. Es dauerte ein wenig, aber dann kamen all die Kenntnisse, die tief in meinem Hirn schlummerten, wieder an die Oberfläche, und bei der Feier selbst lief es ohne Probleme und Fehler. (Ich hatte mir für den Wiedereinstieg natürlich ein sehr kleines Projekt gewählt, die Spielzeit betrug maximal 2 Stunden, just for Fun).

 

Ich will diese Facette meiner Kreativität wieder aufleben lassen, nicht zuletzt weil Indie- und Retro-Spiele wieder im Aufwind sind,  weil die Leute erkannt haben, das Story und Gameplay auch ohne Super-Highend-Grafik Spielspaß garantieren, dies aber im Umkehr-Fall nicht so sein muss. Wenn es perfekt läuft, kann ich vielleicht mal ein Spiel als Indie-Game veröffentlichen, im schlimmsten Fall werden nur die Party-RPGs wieder besser länger schöner.

 

Will man sich abheben von der Masse, darf man natürlich nicht nur vorgefertigte Grafiken, Musiken, Chipsets usw. verwenden (was ich natürlich bei meinem Wiedereinstiegs-Projekt getan habe, musste das "Handwerk erst wieder erlernen"). Gerade bei Grafiken hatte ich früher schon eine recht hohe Qualität erreicht. 

 

Während meine Zeichenversuche mit der Hand bescheiden und krakelig sind, ermöglichten mir Programme wie PAINT, GIMP und natürlich PHOTOSHOP meine kreativen Phantasien auch in zeichnerischer Form auf den Schirm zu bringen. Und so habe ich heute Nacht wieder einen ersten Versuch gestartet, einen mehr als puren, nämlich nur  eine Skizze, um Step-by-Step wieder zu altem Können zu gelangen:

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Was der einzelne tun kann, damit es mit dem Universum klappt (3.Update)Was der einzelne tun kann, damit es mit dem Universum klappt (3.Update)

•Dem Abendstern vom Morgen erzählen

 

•Einer elektromagnetischen Strahlung sagen, daß man sie ganz schön anziehend findet (auch wenn es geschwindelt ist)

 

•Einem Elektron erklären, daß es sich nicht sein ganz Leben lang an einen einzigen Atomkern gebunden fühlen muß

 

•Nie vergessen: Kein Stern ist schnuppe!

 

•Immer dran denken: Schuld war nur die Supernova!

 

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HIDDENSEE 2016 - 3.Tag, 13.08.2016, Samstag, 3 Uhr, 18 Grad, stürmisch

Die Nornen in der Edda:

Drei Schicksalsfrauen werden mit Namen genannt: Sie heißen Urd (Schicksal), Verdandi (das Werdende) und Skuld (Schuld; das, was sein soll). Ihre Namen gelten als nordische Entsprechungen gängiger mittelalterlicher Vorstellungskonzepte der Zeit in Form von Personifikationen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Auch wenn ihre Namen jung sind, scheinen sie auf eine alte germanische Vorstellung einer namenlosen Dreiheit von Schicksalsfrauen zurückzugehen.
UND: Man sollte sie nicht herausfordern! Dies musste ich bei der Anreise wieder erneut erfahren.

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HIDDENSEE 2016 - 2.Tag, 12.08.2016, Freitag, 5 Uhr, 12 Grad, bewölkt

Erinnerung an 2016, damals schrieb ich am 2. Tag auf "meiner" Insel HIDDENSEE:
Modern Times: Charlie Chaplin war in diesem Film mit der neuen Technik völlig überfordert – ähnlich geht es der Insel mit dem Internet.
So wird auch dieses Reisetagebuch nicht zeitnah online gehen, sondern erst mal hier in Ansätzen und Stichpunkten entstehen, zu Hause ausgearbeitet werden und dann erst online gehen. Trotzdem ändern sich die Zeiten selbst hier: saß ich all die Jahre vorher mit Stift und Notizheft oder Block bewaffnet, sitze ich nunmehr vor dem Fenster unserer Ferienwohnung und tippe dies in ein Laptop. Es grenzt ja trotzdem für mich immer noch fast an ein Wunder, dies tun zu können.
Heute gibt es noch mehr Zeichen und Wunder: Das Internet, im Ferienhaus dank W-LAN verfügbar, ist schnell und stabil, so das ich sogar, wenn ich es möchte, meine Online-Spiele zocken kann; viel wichtiger jedoch, Mails checken & Online-Banking ist möglich und, noch wichtiger, ich kann hier im BLOG mein kleines Urlaubstagebuch online führen und auch entsprechende Fotos gleich hochladen.
Schöne neue Computer-Zeit - selbst hier..

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Das Kreuz

Das Kreuz ist, wahrscheinlich in Zusammenhang mit seiner Einfachheit, eines der ältesten Symbole der Menschheit. Es war, wie man aus archäologischen Funden weiß, schon in der Frühzeit der Menschheit ein Schmuck- und Kultgegenstand. Erste bekannte Darstellungen finden sich bis zu 10.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Es ist also eindeutig nichtchristlichen Ursprungs.

 

Die ursprüngliche Darstellung des Kreuzes besteht aus zwei gleich langen Linien, die sich im rechten Winkel kreuzen – was sonst. Tatsächlich steht genau diese Kreuzung für die Verbindung von Extremen und Widersprüchen. Im klassischen, auch nichtchristlichen Sinne repräsentiert es die Verbindung von Himmel und Göttlichem (senkrechte Linie) mit der Erde und dem Menschen (waagerechte Linie). Manche sehen in der vertikalen Linie ein Symbol der männlichen und in der horizontalen Linie der weiblichen Aspekte. Die Verbindung des Männlichen und Weiblichen im Kreuz findet sich auch bei den alten Kelten, die das Kreuz als männliches Symbol mit dem Kreis als Sinnbild für das Weibliche verbunden darstellen, was man auch als Darstellung der »Heiligen Hochzeit« bezeichnet, als Zeichen sexueller Vereinigung.

 

Überspitzt gesagt, »heilt« das Kreuz Widersprüche. Diese Symbolik lässt sich weiterentwickeln und zumindest bei der Darstellung mit gleich langen Linien steht das Kreuz für Maßhalten und Ausgeglichenheit.

 

Lenkt man die Aufmerksamkeit mehr auf die Enden der Linien, erscheinen sie als Strahlen. Anhänger der Zahlensymbolik erkennen die Vier, im Gegensatz zu den eben genannten dualistisch orientierten Bedeutungen. In Zusammenhang mit der Zahl Vier, steht das Kreuz für auch für die vier Elemente oder die vier Jahreszeiten und in Zusammenhang mit den Linien als Strahlen, wurde das Kreuz auch als Symbol für die Sonne oder die Himmelsrichtungen benutzt. Die Babylonier stellten das Kreuz manchmal auch zusammen mit der Sonnenscheibe dar und verwendeten es als Glückssymbol. Die strahlende, ausbreitende Perspektive deutet, parallel zu der oben erwähnten Bedeutung für sexuelle Vereinigung, auch auf die Verwendung des Kreuzes als Symbol für Fruchtbarkeit hin. Man spekuliert, dass dies auch der Grund dafür war und ist, Kreuze an Feldrändern aufzustellen.

 

Hier knüpft die Variation des Kreuzes in der Form des ägyptischen »Ankh« an, das für die Urkraft und das Leben steht. Das Wort Ankh verweist ebenso auf diese Bedeutung, denn es stammt von der Hieroglyphe Anch und diese bedeutet Leben bzw. »Ich lebe«. Und auch beim Ankh findet sich die Vereinigung des Weiblichen (in der runden, oberen Hälfte) und des Männlichen (im eckigen, unteren Part). Übrigens kannten auch die frühen Christen das Ankh und nutzten es als Schutzsymbol unter dem Namen Kreuz Ansata.

 

Im alten Indien fand man die Verwendung des Kreuz-Motivs als religiöses Symbol, das zum Beispiel auf frühen Gemälden des Gottes Krischna an dreien von seinen sechs Armen zu sehen ist. Und in Mittel- und Südamerika fand das Kreuz schon vor der Christianisierung im religiösen Kontext Verwendung. Auch in vielen anderen Regionen wurde das Kreuz seit uralten Zeiten als Symbol mit magischer Kraft verehrt und hatte die Funktion des Lebens-, Schutz- und Heilszeichens.

 

Grundlegend für die Vereinnahmung des Kreuzes als christliches Symbol, war natürlich die Kreuzigung von Jesus Christus. Ursprünglich stammte diese Hinrichtungsart aus dem Orient und galt, im alten Rom genauso wie auch in Japan, als besonders entehrend für den Verurteilten. Daneben weist die Vokabel Kreuz, die vom lateinischen Crux (für »Marterholz«) und dem dazugehörigen Verb cruciare (»quälen«) abstammt, auf die Bedeutung als Folter- und Exekutionswerkzeug. Und auch die Kirche sieht das Kreuz als Sinnbild für die Qualen Christi an.

 

Tatsächlich war aber das Kreuz zu Beginn der christlichen Geschichte ein heidnisches Symbol, das von den Frühchristen sogar abgelehnt wurde. Das Wort Kreuz taucht auch in der Bibel nie auf. Stattdessen findet sich dort das griechische Wort stauros (»Pfahl«) oder xyklon (»Holz, Baum, Balken«). Zu einem christlichen Symbol wurde das Kreuz erst im 4. Jahrhundert, nachdem der römische Feldherr Konstantin bei der Vorbereitung einer Schlacht um himmlische Unterstützung bat und ihm ein strahlendes Kreuz am Himmel erschien. Es wurde zum Zeichen seiner Kriegsfahne und er blieb siegreich. Durch dieses Erlebnis wurde die christliche Religion vom Römischen Reich anerkannt und das Kreuz zu ihrem Symbol. Auch später noch benutzte man das Kreuz, um kriegerischen Aktionen den Anschein des Gerechten zu geben. Bestes Beispiel hierfür die Kreuzritter und deren Kreuzzüge.

 

Im christlichen Sinne ist das Kreuz aber nicht nur verknüpft mit dem Grauen von Hinrichtung und Krieg, sondern gerade durch die Kreuzigung Symbol für die Opferung Christi zugunsten der »Heilung« des paradiesischen Sündenfalls. Hier verbindet sich das hölzerne Kreuz mit dem Lebensbaum im Paradiesgarten; die Kirche vertrat sogar die märchenhafte Meinung, dass das Kreuz, an dem Jesus starb aus dem Holz eben dieses Baumes geschnitzt war.

 

Heute steht das Kreuz natürlich nicht nur für Jesu Tod und ist in westlichen Kulturen als Grabzeichen und Symbol für den Tod im Allgemeinen etabliert. Es markiert den Scheideweg, die Kreuzung zwischen menschlichem Leben und dem, was immer danach kommen mag.

 

So simpel das Kreuzmotiv an sich ist, so unterschiedliche Varianten in Darstellung und Bedeutung trägt es in sich. So wie es seine Berechtigung als Symbol für den Leidensweg und Tod Jesu hat, hat es sie auch als Symbol für das Leben.

 

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Ich entdecke nichts Zerbrechlicheres auf der Welt als die Liebe

Zögernd nur nähere ich mich. Zögernd, als könnte ich mit meiner Aufmerksamkeit verletzen, betaste ich die Unfertigkeit der Welt mit meinen Augen. Zwischen den Dingen sind Fäden gesponnen, die zerfallen könnten, wenn ich sie wahrnehme. Ich stehe still. Ich höre auf zu atmen. Schließe die Augen und wage, nichts mehr zu wollen. Ich weiß nicht, was sein wird. Aber das ist nicht wichtig, weil sich in diesem Moment eine Tür ins Verborgene auftut. Wenn die Liebe Zerbrechlichkeit ist und ich aus Liebe geboren wurde, dann bin ich im Tiefsten meiner Seele zerbrechlich. Dann aber darfst du mich niemals halten. Versuche nie, mich zu sehen, wie ich gestern war. Wenn du liebst, versuche die Augen zu schließen und nichts zu wollen als Nähe. Wenn du möchtest, dass Zukunft geboren wird, dann stelle sie dir nicht vor. Sonst ist deine Zukunft schon Vergangenheit, bevor sie geboren ist. Wenn du die Liebe willst, suche Verborgenheit und beginne zu tasten und zu fragen. Die Liebe stellt ständig Fragen: Wer bist du? Wer bist du heute? Wie war dein Tag? Die Liebe wird die Antwort nicht kennen. Aber die Liebe will jede Antwort annehmen. Es war gut. Es war Nacht. Es war Sturm. Es war zart. Die Liebe hält dich, und sie bleibt – bleibt bei dir. Und dann wird sie sprechen, wie zum Abschied. Den Weg, spricht die Liebe, den du vor dir hast, kennt keiner. Nie ist ihn einer so gegangen, wie du ihn gehen wirst. Es ist dein Weg. Unauswechselbar. Du kannst dir Rat holen, aber entscheiden musst du. Höre auf die Stimme deines inneren Lehrers. Eine jede Begegnung unter uns beginnt dann, wenn wir in Liebe leben, mit dem Wissen um die Zerbrechlichkeit. Mit dem Wissen um die Verletzlichkeit. Das einzige aber, was die Liebe wirklich von dir wissen will, ist, wo sie dich halten kann. Wo du Stütze brauchst. Wo du Begleitung brauchst auf dem Weg, für den du dich entschieden hast. Wer sich an der Liebe festhält, so als könne man sie greifen, so als könne man sie besitzen, so als könne man sie bewahren, und sie bliebe immer dieselbe Liebe, der hat sie zerbrochen noch bevor er die Hände wieder öffnet.

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BELTANE 2016

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Pfingstmontag 2016

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Pfingstsonntag 2016

Als der Pfingsttag gekommen war, und er ist heute da, da kommt laut biblischer Apostelgeschichte 2,1-11 plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt. Und er erfüllt das ganze Haus. Und es erscheinen Zungen, wie von Feuer, die sich verteilen und auf jeden von uns lässt er sich nieder, der HEILIGE GEIST.

 

Gewaltige Bildrede, oder? Eine gewaltige Vision: Das Brausen, das Toben,das Schreien, die Bewegung, die sich ankündigt. Das Pochen an der Tür und am Herzen. Ja, das ist Pfingsten. Ich spüre das Toben wohl. Ich höre auch das Brausen, aber ich möchte fragen, ob es der HEILIGE GEIST ist. Nicht jede Bewegung in mir ist schon geisterfüllt. Nicht jedes Toben ist gleich heilig.

In fremden Sprachen zu reden ist noch keine hohe Kunst (zum Beispiel auch dank DUOLINGO), und daher nicht in jedem Fall Wirken des HEILIGEN GEISTES. Und ist es nicht tatsächlich so, dass wir unter uns auch Sprachen haben und ein Toben haben und ein Brausen, das nicht immer und nicht in jedem Fall vom Himmel kommt. Unterscheidung der Geister ist für die größte Mahnung – das ist mein Pfingsten.

Wo Menschen miteinander leben, wie wir heute, da halte ich es für normal, dass in den unterschiedlichsten Sprachen geredet wird, nämlich jeder in seiner eigenen. Jeder in seiner ureigenen Sprache. Die hat einen unverwechselbaren Ton, weil wir alle unsere ureigene Geschichte in die Sprache legen. Da wird von Träumen die Rede sein, aber auch Enttäuschungen durchdringen. Menschen die begeistert sind, werden begeistert reden und Menschen, die verletzt sind, werden verletzlich und verletzend reden. Und die Zielrichtung unseres Redens wird Unterschiede aufweisen. Es wird die Menschen mit dogmatischer Rede geben unter uns, die festhalten buchstäblich an Wort und Gesetz. In Treue zur Wahrheit, vielleicht werden sie Obacht geben müssen, ob ihre Rede nicht nur wahr ist und richtig, sondern manchmal sogar festschreibend ist. Auch Wahrheiten können einengen. Und es wird die prophetische Rede unter uns geben. Die Visionäre, die immer schon ihrer Gegenwart voraus sind. Die Traumbilder entwerfen für Gemeinschaft und für gelungenes Zusammenleben. Die werden Obacht geben müssen, dass sie in ihren Träumen nicht zerbrechen, weil die standhalten müssen dem konkreten Leben, der Wirklichkeit, der Gegenwart. Vorreiter dürfen sie sein, Träumer dürfen sie sein, aber wir brauchen sie gegenwärtig im Hier und Heute. Wir werden auch Menschen unter uns haben, deren Rede Schweigen sein wird, weil sie der großen Worte gar nicht mächtig sind, weil sie es nicht gelernt haben, ihre Träume und ihre Ängste und ihr Leben in Worte zu fassen. Wir werden Obacht geben müssen, dass wir die Stillen unter uns nicht überrennen, mit Worten überhäufen. Und es wird diejenigen geben, die nie in ihrer eigenen Sprache zu Wort kommen. Wir werden Obacht geben müssen, dass die sich nicht verstecken hinter dem Wohlbewahrten, allgemeinen Floskeln, sondern immer wieder selbst zum Zug kommen in ihrer eigenen Sprache.

Und alle miteinander, wo immer wir herkommen, werden darauf zu achten haben, dass wir uns begegnen in einem Geist, der alle Sprachen zu einen in der Lage ist, der nicht einen Weg für richtig und den einzig wahren hält. Es wird die vornehmste Aufgabe unter uns sein, die Parteiungen zu verhindern und bereits entstandene zurück zu entwickeln. Lasst uns suchen nach dem GEIST (heilig oder nicht), der die Fraktionen sprengt, sonst wird das Brausen und das Toben, Machtkampf unter Menschen sein und nicht geisterfülltes Leben.

 

 

 

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Impressionen vom Osterfeuer am Ostersamstag 2016 in Hecklingen

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Impressionen vom Osterfeuer am Gründonnerstag 2016 auf dem Land- und Heimathof Steitz in Gänsefurth

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Schwarzer Freitag: Abschied von einem Freund

Der alte Wolf in seiner depressiven Schwäche braucht jeden Motivations-Schub, den er nur kriegen kann, um sich zu bewegen oder gar den Wolfsfelsen zu verlassen. Dies ist einer der Gründe, warum Menschen wie mir leblose kleine Dinge so sehr ans Herz wachsen können, das wir sie wie etwas Lebendiges, als Freund betrachten. Und so wurde dieser kleine, simple Schrittzähler seit über einem Vierteljahr zum ständigem Begleiter draußen, zum Grund zu laufen, zu gehen und zu hoffen auf diese Weise gewichtsmäßig endlich wieder unter die 90-kg-Marke zu kommen (für den Anfang). Gestern verlor ich ihn auf einer sehr langen Wanderung durch die Stassfurter Horst, und da ich es erst 2 Stunden später in Stassfurt bemerkte, ist eine Suche wohl auch sinnlos. Er wird mir fehlen, und ich muss mir schleunigst eine neue Motivation suchen, um hier oben nicht völlig zu verfetten und zu vermodern.

 

Das Bild zeigt mein höchstes Ergebnis für einen Tag, ich weiß noch, es war ein Dienstag. Man glaubt gar nicht, wie schwer es ist es am Tag auf eine Schrittzahl von mehr als 2500 Schritten zu kommen..

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Donnerstags keine Schuhe bei DEICHMANN zu kaufen

Nachts lassen einen die Einbrecher, tagsüber die Polizei nicht rein:

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Mittwochs-Impressionen

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Pferde am Dienstag..

..in Hecklingen
..in Hecklingen
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Ein Montag bei den Linken

Ab und an kriecht der alte Wolf trotz seiner Schwäche nicht nur nachts durch die Wälder und tags über die Felder, sondern manchmal traut er sich gar unter Menschen. Da am Sonntag der Landtag in Sachsen-Anhalt gewählt wird und durch die Flüchtlings-Krise die sehr reale Gefahr besteht, dass die AFD einzieht, beschloss ich, mal live zu schauen, was andere Parteien jetzt in der heißen Wahlkampf-Phase dagegenhalten. Ich wäre durchaus zu einer SPD-, CDU- oder gar FDP-Veranstaltung gegangen – wenn es denn hier eine gegeben hätte. DIE LINKE dagegen bot fast jeden Tag eine an, was schon zeigt, das sie sich auf kommunaler Ebene im Wahlkampf hier auf jeden Fall Mühe gibt.

 

Für diesen Montag boten sich gleich zwei Termine, der erste stand vormittags um zehn im Zentrum von Stassfurt bei glücklicherweise trockenem, windstillem, ja sogar sonnigem Wetter unter dem Motto „Wir kochen`s hoch“. Ein Hauch von Kochshow lag über dem ganzen, von der Art der Präsentation mit Mikro und Talk während des Gemüseputzens, wurde doch ein großer Topf Kartoffelsuppe zubereitet welche später in biologisch abbaubaren, weil mit essbaren Tellern serviert wurde (so ähnlich wie Eiswaffeln) bis hin zum leider sehr spärlichem Publikum, bei welchem ich einer der Jüngsten war, was mich doch recht pessimistisch hinsichtlich der Erfolgschancen für die Wahl stimmte. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend tadeln, und so hörte ich mir erst mal an, was so gesagt wurde, an zwei der Kern-Aussagen kann ich mich noch gut erinnern:

a)      „Den Kaffeebecher mit links halten – alles ist im Wahlkampf ein Statement!“ (grins)

b)      „Natürlich wollen wir Ihre Stimmen, liebe Bürger; aber wir sind schon zufrieden, wenn Sie überhaupt wählen gehen und nicht für AFD oder NPD stimmen – machen sie ihre Haken, aber ohne Kreuz!“ (Gewichtig/richtige Worte wie ich finde)

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Die Top-Ten-Erfahrungen im Umgang mit Senioren-Computern

10. Er hat einen 42-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 480 * 600 Pixel.

 

9. Die Computermaus enthält Force-Feedback-Komponenten, die automatisch leichtes Zittern ausgleichen.

 

8. Bei Minesweeper kann man zwischen den Szenarien "Stalingrad" und "Normandie" wählen.

 

7. Der Rechner hat eine "Lifetime"-Garantie.

 

6. Der Computer kann nicht auf Raten bezahlt werden.

 

5. Die Lautsprecher produzieren grundsätzlich die volle Lautstärke.

 

4. Die Moorhühner lassen sich nicht abschießen, sondern nur füttern.

 

3. Die Startseite im Internet ist standardmäßig "zdf.de".

 

2. Will man eine Datei speichern, bietet einem die Textverarbeitung automatisch "testament.doc" an...

 

 

...und die größte Erfahrung im Umgang mit Senioren-Computern:

 

1. Wenn länger als 15 Minuten keine Taste gedrückt wird, wird automatisch der Notarzt verständigt!

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Morgenrot 5

Es ist still und dunkel um mich. Die Nacht hat ihre Schatten geworfen über Deine Welt. Sie schreit und betet nach Licht. Eine Stimme ruft. Steig auf einen hohen Berg, und erhebe Deine Stimme mit Macht. Atme tief ein, die Luft der Höhe. Blick um dich. Spüre der Weite nach. Atme tief ein, bis deine Lungen gefüllt sind, bis die Enge in deinem Herzen weicht – aus dir.

 

Atme tief ein, bis deine Augen überlaufen, bis Jubel ausbricht aus dir. Dann steig herab, und bereite dem Herrn den Weg, und tröste – tröste mein Volk. Bis der Herr kommt.

 

Wann kommst du, Gott? Es ist so bitterkalt.

 

Ich höre die Schreie, schaue in deine Augen und spüre der Sehnsucht nach, die nach Geborgenheit schreit. Aber mein Gott. Tu mir den Gefallen: Komm unter anderem Namen in deine Welt zurück. Sei mir nicht böse, aber dein Name klingt verbraucht in unseren Tagen. Komm zurück, aber nicht aus dem Himmel, den uns die Welt vorschwindelt.

 

Weißt du, mein Gott. Die Welt schreit nach Licht. Aber sie erwartet dieses Licht im Grunde nicht mehr von dir. Weißt du, mein Gott. Die Welt schreit nach Frieden. Aber sie ruft dich nicht zur Hilfe. Weißt du, mein Gott. Unsere Herzen zerreißen sich in Sehnsucht nach Wärme. Aber nur wenige entdecken bei dir die Quelle des Lebens.

 

Weißt du, mein Gott. Leg dich wie Tau aus den Himmeln über uns. Schenke ein Kinderlachen in unsere erstarrte Hoffnung.

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Morgenrot 4

Vor uns liegt ein neuer Weg. Vor uns liegt eine offene Straße. Sie ist gepflastert mit den erfüllten Gedanken des Vergangenen. Am Wegrand wachsen die Bäume, die im letzten Jahr gepflanzt wurden. Die Schatten dieses Jahres, die mir Schutz gewähren werden vor der Hitze des Sommers, es werden die Erträge des vergangenen Jahres sein.

 

So also sitze ich an der Schwelle des neuen Jahres und beginne meinen Willkommensgruß an dich: 2016.

 

Willkommen! Eines gleich voraus: Ich habe dich weder gewollt noch kommst du mir gelegen. Doch ich werde mich dem Lauf der Zeit nicht in den Weg stellen. Also sei mir willkommen. Doch eines schreibe ich dir gleich zu Beginn. Der wahre Zeitmesser für mein Leben –für Gelingen und Vergehen- ist nicht die Uhr und nicht der Wechsel von einem Jahr zum anderen. Ich sage es dir, damit du nicht zu viel Gewicht bekommst, und ich mir nicht einbilde, ich könnte das Alte einfach ablegen wie einen alten Hut.

 

Der wahre Zeitmesser ist mir die Hoffnung. Das lässt mich vor der Zeit nicht ohnmächtig werden. Sicher, ich kann dich nicht aufhalten. Der Zeiger tickt unaufhörlich weiter. Aber ich werde darüber bestimmen, ob du eine leere, hoffnungslose, zukunftslose Zeit sein wirst, oder eine hoffnungsvolle, gleichsam bis an den Rand mit Zukunft gefüllte Zeit. Ich werde den Beginn mit Hoffnung überschütten.

 

Woher nehme ich sie?

 

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Morgenrot 3

Ein Jahreswechsel zwingt zur Besinnung, lässt mich nachgrübeln über das Vergangene. Ich tue dies (auch) hier. Ein Schlussstrich, der das Herz öffnet für eine neue Zeit. Wann war bei Dir der letzte Jahreswechsel? Zeit zum Nachdenken.

 

 

 

Ein gesegnetes, glückliches und gesundes 2016 !!!

 

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Was der einzelne tun kann, damit es mit dem Universum klappt (Update)

•Ein (fröhliches) Sternbild (gerade) an die Wand hängen

•Staubwolken immer wegfegen

•Andere liebhaben, auch wenn sie einen kleinen Urknall haben

•Eine Antimaterie auf etwas Positives aufmerksam machen

•Eine Spiralgalaxie entwirren

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Morgenrot 2

In der Tat, meine geduldigen Freunde, ich will es Euch sagen, was ich da unten wollte, hier in dieser späten Erklärung, welche leicht hätte ein Nachruf, eine Leichenrede werden können: denn ich bin zurück gekommen und - ich bin davon gekommen.

Ich bin nicht zum Alleinsein bestimmt – doch war ich es die meiste Zeit meines Lebens. Es wurde bestimmt von Einsamkeit! Und wer denn mich beneidet, weil ich so auf „eignen Wegen“ gehen konnte, sollte bedenken, das sie es mit sich bringen, Niemandem zu begegnen. Niemand kommt, ihm dabei zu helfen; mit Allem, was ihm von Gefahr, Zufall, Bosheit, Armutsalltag und selbst schlechtem Wetter zustösst, muss er allein fertig werden. Er hat eben seinen Weg für sich - und, wie „schön“, seine Bitterkeit, seinen Verdruss an diesem "für sich": wozu es zum Beispiel gehört, zu wissen, dass selbst seine Freunde nicht erraten können, wo er ist, wohin er geht, dass sie sich bisweilen fragen werden "wie? geht er überhaupt? hat er noch - einen Weg?" -

In dieser neuen aktuellen akuten Krise unternahm ich Etwas, das nicht Jedermanns Sache sein dürfte: ich stieg in die Tiefe, ich bohrte in den Grund, ich begann ein altes Vertrauen zu untersuchen und anzugraben, auf dem wir Philosophen seit ein paar Jahrtausenden wie auf dem sichersten Grunde zu bauen pflegten, - immer wieder, obwohl jedes Gebäude bisher einstürzte ich begann unser Vertrauen zur Moral zu untergraben. Aber Ihr versteht mich nicht, oder?

Schon Ludwig II. sagte: „Ein Rätsel will ich bleiben für die Menschen…“

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Morgenrot 1

Ein "Unterirdischer" an der Arbeit, ein Bohrender, Grabender, Untergrabender. Man sieht ihn, vorausgesetzt, dass man Augen für solche Arbeit der Tiefe hat -, wie er langsam, besonnen, mit sanfter Unerbittlichkeit vorwärts kommt, ohne dass die Not sich allzu sehr verriete, welche jede lange Entbehrung von Licht und Luft mit sich bringt; man könnte ihn selbst bei seiner dunklen Arbeit zufrieden glauben. Scheint es nicht, dass irgendein Glaube ihn führt, ein Trost entschädigt? Dass er vielleicht seine eigne lange Finsternis haben will, sein Unverständliches, Verborgenes, Rätselhaftes, weil er weiß, was er auch haben wird: seinen eignen Morgen, seine eigne Erlösung, sein eignes Morgenrot?...

Doch täuscht dies ebenso wie das Lachen des Clowns, wenn er traurig ist – so glaubt Ihr denn sein Lachen und seht die Tränen nicht.

Und nur weil er sich in der Finsternis, die ihn umgibt, versucht,  nicht nur zu überleben, sondern auch sich einzurichten, so leidet er nicht minder.

Während er dies schreibt, färbt sich der Osthimmel rötlich. Es ist etwa eine dreiviertel bis halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang. Aufgrund der vielen Wolken, des ständigen Nieselns wird das Rot oranger und oranger. Doch erst wenn es sich dereinst violett färbt, wird es hoffentlich SEIN MORGENROT sein.

Gewiss, die Hoffnung sagt, er wird zurückkehren in den Tag, in das Licht, dieser  Unterirdische, wenn er erst wieder "Mensch geworden" ist. Man verlernt gründlich das Sprechen, wenn man so lange, wie er, Maulwurf war, allein war - -

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Der Tod des Christentums

Konstante Massenaustritte aus deutschen Kirchen und Korruptionsskandale im Vatikan und anderes scheinen wieder mal denen recht zu geben die den baldigen Tod des Christentums voraus sagen. Nun das wurde schon oft propagiert, vielleicht wird es auch eines fernen Tages eintreten, aber im Moment lebt es noch; auch ohne Christ zu sein, kann man, wenn man bereit dazu ist, auf das lebendige und reiche christliche Leben in vielen Gemeinden zu schauen. Wer nie in den Garten geht, kann  mit tiefem Ton der Überzeugung sagen: “Es gibt keine Tomaten mehr!” – aber Recht hat er dennoch nicht.

 

Und so lange christliches Gemeindeleben hilft, Alte und Kranke vor Vereinsamung zu bewahren; Flüchtlingen und Sozial Schwachen zu helfen usw. ist es mir egal ob es in eines GOTTes Namen geschieht, an den ich so nicht glauben kann – es ist egal aus welchen Motiven wir Gutes tun, solange wir es tun..

 

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Der Gottesbeweis

Inzwischen sollte weitgehend bekannt sein, dass es dem Glauben nicht entspricht, den Nicht-Glaubenden die Existenz Gottes beweisen zu wollen. (Obwohl es immer noch genügend Gläubige gibt die dies noch nicht verinnerlicht haben – bei manchen erschöpft sich sogar ihre ganze Religiosität im Missionieren, egal ob es sich um islamistische Fundamentalisten, irre Sektierer oder ägyptische Christen handelt)

 

Doch auf der Gegenseite sieht es ja nicht anders aus: Atheisten lassen in ihre „Missionierung“ auch nicht locker. Immer wieder gegen Gott ins Spiel zu bringen, dass er naturwissenschaftlich nicht bewiesen werden könne, sagt auch nicht mehr aus, als dass derjenige, der das sagt, nicht glaubt. Zudem diese Aussage nicht ganz so unumstritten ist wie fast das ganze 20. Jahrhundert lang noch. Weswegen? Nun, man müsste definieren was GOTT oder der/das GOTT das bewiesen werden soll eigentlich ist. Einen im Himmel wohnenden weißbärtigen Mann, der die Weltgeschicke regelt, kann man definitiv beweisen – hier eigentlich sogar wirklich das Gegenteil. Aber eine Kraft/Energie, einen Auslöser für den BIG BANG – den könnte man vielleicht, zumindest argumentatorisch, erbringen.

 

Und in diesem Zusammenhang reden immer mehr Wissenschaftler (wieder) von der Existenz Gottes – selbst oder gerade Quantenphysiker..

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Von „Zweibeinigen“ verfolgt

Als beutejagender und fleischfressender Wolf habe ich mich neulich mit einem unserer sachsen-anhaltinischen Feinde, einem „wölfisch“ verstehenden Menschen über unsere viel diskutierte Daseinsberechtigung unterhalten.

Seinem Argument, dass wir nicht in diese Landschaft gehören. Entgegnete ich, dass meine Vorfahren als Ureinwohner in unserer alten Heimat von den „Zweibeinigen“ rücksichtslos verfolgt und abgeschossen wurden. Wir sind als Nachkommen von denen, die sich noch in Sicherheit bringen konnten, doch nur in das Land unserer Ahnen zurückgekehrt und haben deshalb ein Anrecht, hier zu leben.

Im Märchen sind wir der „böse Wolf“, haben die Großmutter verspeist und als Nachname wurde uns ISEGRIMM verpasst. Doch das sind Märchen! Dabei haben die so vernunftbegabten „Zweibeinigen“ doch genügend mit sich selbst zu tun, leben nicht immer friedlich zusammen, bringen sich auf dieser Welt millionenfach um!

Ja, wir greifen Nutztiere an, und ja, wilde Wölfe können unter bestimmten Umständen auch einen Menschen angreifen. (Letzteres trifft auch auf alle größeren Hunderassen zu, wenn sie zu aggressiv dressiert oder provoziert werden)

Tatsache ist aber auch, dass Wölfe das unglaublich selten tun, und dass die Ursache beziehungsweise der Auslöser für einen Wolfsangriff überwiegend der Mensch ist.

Wichtig ist zu wissen, dass auch wir Wölfe uns an Menschen gewöhnen und unser Verhalten entsprechend verändern können.

Die Chance, einem von uns im Wald zu begegnen, ist nach wie vor äußerst gering. Es gibt keine Entscheidung für oder gegen den Wolf. Wir sind eine wichtige geschützte Art. Es ist daher wichtig, sich über Wölfe sachlich zu informieren.

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Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

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REAL WORLD 6

Ich bin so fit und ausgeschlafen, ich könnte Gänseblümchen ausreißen!

Na ja zumindest reicht die Energie wohl dafür aus, den Blog wiederzubeleben, der 2013 es nur auf zwei (!!) Beiträge brachte – sogar mehr Kommentare von Euch sind enthalten!! Ich schäm mich!

Womit also beginnen? Mit einem Rückblick aus aktuellem Anlass. Jährt sich doch nun bereits zum 4.Mal der Beginn meines Praktikums bei RADIO HBW, wo ich merkte, dass mir Radio (wie auch Schreiben, Gaming) wohl im Blut liegt. Noch immer bedaure ich, das die zu geringen Finanzmittel des Bürgerradios es nicht erlaubten, einen Arbeitsplatz trotz aller Bemühungen des Leiters dort für mich zu schaffen; und das meine geringen Finanzmittel (es scheitert schon am Fahrgeld!) es mir (noch!?) nicht erlauben, eine eigene Radiosendung dort zu gestalten. Doch bewegen mich heut durchaus deswegen nostalgische Gefühle, ausgelöst durch den Fund zweier Mp3-Dateien mit meinen beiden ersten dort gesendeten Beiträgen (Wetterberichten) beim Durchsehen, Ordnen und Katalogisieren meines seit 2000 gesammelten und inzwischen riesigen Bestandes an Dateien aus den unendlichen Weiten des Internets.

Diese will ich auch Ihnen und Euch nicht vorenthalten, wer mag kann sie sich downloaden und anhören. Ich will versuchen, von nun an wieder in regelmäßigen Abständen diesen Blog mit Einträgen zu füllen, und zwar möglichst zu gleichen Teilen aus meinem realem, meinem kreativem und meinem virtuellen Leben – der Vorsatz ist gefasst, warten wir ab, wie die Umsetzung gelingt. Allen Lesern wünsche ich einen schönen Tag, egal wie das Wetter wird!!

 

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Volkstrauertag? Das Volk trauert nicht. Es bleibt zu Hause.

Nur für die Politiker und Politikerinnen in den Stadtteilen, den Dörfern bis hin zum Bundestag sind die Rituale am Volkstrauertag eine Pflichtübung, ebenso für die Abordnungen von Bundeswehr, Feuerwehr und bisweilen Schulklassen. Fast immer sind Pastorinnen und Pastoren beteiligt, mit einem Gottesdienst oder mit einer Rede am örtlichen Kriegerdenkmal, das den Söhnen und Helden gewidmet ist, die ihr „Leben zum Opfer“ gaben. Nicht fehlen darf bei diesem Ritual die Melodie des Liedes vom „Guten Kameraden“, das schon in der Wehrmacht sehr beliebt war. Und alle legen ihre Kränze ab – eine mehr als problematische Tradition, können sie doch in diesem Zusammenhang nur an die Lorbeerkränze erinnern, mit denen Helden für erfolgreiche Kämpfe, also solche mit vielen getöteten Feinden, dekoriert wurden.

 

 

 

Rechte Kameradschaften und soldatische Traditionsvereine, die früher Ton und Inhalt am Volkstrauertag bestimmten, tauchen derzeit eher abseits der offiziellen Gedenkfeiern auf, um das Heldentum deutscher Soldaten zu beschwören. Aber man täusche sich nicht: Zum letztjährigen Volkstrauertag zog ein gutes Dutzend Mitglieder der rechtsnationalen Landsmannschaft Mecklenburgia am helllichten Tage zur Kranzniederlegung neben den Kriegsklotz am Hamburger Dammtorbahnhof, neben dem sich seit einigen Jahren ein Denkmal für Deserteure befindet.

 

 

 

Die jungen und alten Akademiker ließen sich dabei leiten von der Huldigung eines Medizin-Professors und Oberst-Arztes der Reserve für die Wehrmacht und den „beispiellosen Opfergang von Millionen deutscher Soldaten“ vor Stalingrad. Konsequent diffamiert er die Würdigung von Deserteuren als „abstruse Geistesverirrung“.

 

 

 

Das liegt ganz auf der Linie von AfD-Vize Alexander Gauland mit seiner Forderung, wieder „stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Wenn dieser Mann, der den Tod von Millionen Menschen als „Leistung“ würdigt, immer noch in Talkshows eingeladen wird, steht Schlimmeres zu befürchten.

 

 

 

Wie aber sieht es bei den traditionellen Feiern in der Mitte der Gesellschaft am Volkstrauertag aus? Nein, vaterländische Reden wie noch in den 50er oder 60er Jahren, in denen die Kriegsniederlage mehr betrauert wurde als die Opfer der Kriege, sind kaum noch zu hören. Es wird zum Frieden „gemahnt“. Seit nicht mehr verdrängt werden kann, dass in den beiden Weltkriegen nicht nur deutsche Soldaten starben, sondern vor allem Millionen Zivilisten in den überfallenen Ländern, werden auch diese als „Opfer von Gewalt und Krieg“ in die Ehrung einbezogen. In dem vom Bundespräsidenten 2018 vorgegebenen Totengedenken wird zudem derer gedacht, „die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden“. Es ist bemerkenswert, dass vermieden wird, die hier gemeinten jüdischen Menschen und die Sinti und Roma konkret zu nennen.

 

 

 

Viel schwerer aber wiegt die gleichmachende Aneinanderreihung von Tätern und Opfern unter dem Label „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“. Das widerspricht allen historischen Erkenntnissen, die sich 1997 sogar der Bundestag zu eigen machte: „Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffs- und Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen.“ Die an diesem Vernichtungskrieg beteiligten Soldaten in einem Atemzug zu nennen mit ihren Opfern, kommt einer nachträglichen Verhöhnung gleich. Und kommt denen entgegen, die eine Kehrtwende in der Erinnerungspolitik fordern.

 

 

 

Das ist von denen, die am Sonntag das Totengedenken vortragen, natürlich nicht beabsichtigt und nicht so gemeint. Aber es wird so gesagt. Und es wird praktiziert, wenn zum Volkstrauertag auf dem Ohlsdorfer Friedhof Kränze abgelegt werden, für ermordete Juden ebenso wie für Soldaten, in deren Gräberbereich auch hingerichtete Deserteure, KZ-Häftlinge und Kinder von Zwangsarbeiterinnen bestattet wurden.

 

 

 

Um einer geläufigen Missdeutung vorzubeugen: Auch wenn sie an einem Kriegsverbrechen beteiligt waren, halte ich die meisten Soldaten nicht für Verbrecher. Viele waren nie stolz darauf gewesen, in der Wehrmacht zu dienen. Und wollten gewiss keine Helden sein.

 

 

 

Es gab zu viele. Sie hatten Ehefrauen, Eltern und oft Kinder. Wie sollten sie mit dieser persönlichen Katastrophe leben? Wo sollte ihre Trauer um den Mann, um den Sohn, um den Vater, also den geliebten und geachteten Menschen ohne Uniform, Raum und Zeit finden? Diese Trauer kann und darf nicht kollektiviert und wieder uniformiert werden.

 

 

 

Also: Lasst die falschen Rituale eines staatlich vorgegebenen Volkstrauertages. Notwendig wäre ein Tag, an dem über Ursachen und Wirkungen der beiden Weltkriege nachgedacht und debattiert wird. Privat in den Familien und Freundeskreisen und öffentlich in Rathäusern, Kirchen und – ja, auch da: Kasernen. Leitlinie könnte sein, zu verhindern, dass um deutscher Handels- und anderer Interessen wegen wieder Kriegseinsätze geplant und damit Wege für neue Kriege bereitet werden. Für einen solchen gesellschaftlichen Bildungstag wird noch ein einprägsamer Begriff gesucht.

 

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Vorgeschichtliches

Was ich über die Vorgeschichte weiß: Es durchstreifte der Mensch die Erde hunderttausend Jahre lang in kleinen Stämmen - wahrscheinlich nicht mehr als zweihundert Menschen pro Gruppe. Während dieser Zeit wurde alle Weisheit nach der mündlichen Tradition weitergegeben. Alles, was du wissen musstest, um als Mensch erfolgreich zu sein, wurde dir gesagt und/oder gezeigt, ob es nun darum geht, ein Mädchen zu finden, einen Mann zu finden, Sex zu haben, ein Baby zu bekommen, Nahrung zu finden, Kinder aufzuziehen, mit der Familie umzugehen, mit Nachbarn zu streiten, sich um die Kranken, Alten und Toten zu kümmern, zu kämpfen, zu arbeiten, zu singen, zu tanzen, zu spielen und wirklich geladen zu werden, um mit dem Universum zu verbinden.

 

(Nebenbemerkung: Ich habe den Begriff "Vorgeschichte" schon immer geliebt, was arrogant bedeutet, dass vor der Entstehung unserer Kultur nichts passiert ist.)

 

Jedenfalls dauerte dieser Zustand lange, lange Zeit an. Er war relativ stabil. Frieden auf Erden, wenn man so will. Dann, mit dem Aufkommen der Großlandwirtschaft und der Notwendigkeit immer größerer Landstriche, um sie aufzunehmen, brach das Stammes-System zusammen und die Menschen begannen, in Städten, Dörfern und Städten zusammenzukauern. Kurz gesagt, die unbezahlbare Weisheit, die uns lehrte, wer wir waren und wie wir ein glückliches Leben führen konnten, war für immer für die Menschheit verloren. Was uns zu heute bringt. Ich glaube nicht, dass wir eine neurotische und selbstzerstörerische Spezies geworden sind, weil wir in der Sünde geboren oder anderweitig fehlerhaft sind. Ich glaube, unser Sturz aus der Gnade war einfach ein Vergessen dessen, was wichtig ist.

 

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