Freitag, 5. März 2010: Bei der zweiten Flasche "Schwarze Mädchentraube"

Neben den bekannten weltweiten Cabernet- und Chardonnay-Massenprodukten etablierte sich im Laufe der Jahrhunderte in Rumänien neben den in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter werdenden Merlot-Weinen hier auch eine spezielle Rebsorte: die Mädchentraube.
Alteingesessene Sorten wie Feteasca Alba (die weiße Spielart der Mädchentraube), Babeasca neagra, Busuioaca de Bohotin, Galbena de Odobesti, Tamaioasa Romaneasca haben leider in den Eruopäischen Mitgliedsstaaten bisher noch nicht den vergleichbaren Erfolg…warum, dass sei hier dahingestellt.
Die Feteasca Neagra (schwarze Mädchentraube) zeichnet sich durch ihre feste Schale, den tiefroten Körper und die harte, aber dennoch sehr wasserhaltige, spritzige Frucht aus.
Die Trauben sind zartsüß, mit wenig Kernen ausgestattet und eignen sich hervorragend zur Weinerzeugung da sie eine Gutedel-Variante ist (Chasselas), die auch im europäischen Raum sehr oft angebaut wird und durch wenig Säure und damit starken Charakter auffällt.
Synonyme für die schw. Mädchentraube sind unter anderem auch: Poama Coada Rindunicii, Fekete Leanika, Fetei Neagra, Fetjaska Neagra, Leanyka Fekete, Schwarze Mädchentraube, Pasareasca Neagra und Peseryaske Nyagre. Genug der Fachsimpelei, kommen wir nun zum Besten:


Was soll ich sagen? Süffig, süßlich, ein sehr lieblicher aber voller Rotwein, der ein bisschen Sandelholz-Aroma hat (ohne holzig zu schmecken, da er oftmals in diesen Fässern lagert). Der Wein duftet geradezu vorzüglich und sehr süß, die süße steigt einem sofort in die Nase ohne jedoch unangenehm zu wirken, man erahnt ein wenig Paprika, Kümmel, ein wenig Brombeere. Dies alles aber wirklich nur in Nuancen. Wer diese Bestandteile nicht herausriecht darf den Wein trotzdem trinken und wird nicht als UNWISSENDER abgestraft!
(Und wer bin ich, daß ich jemandem vorwerfen könnte, seine Riechvermögen sei unterentwickelt - wer mich kennt, weiß was ich meine..)

Gerade hier streiten sich ja oft die Gelehrten (zu denen ich mich nicht zählen möchte, ich liebe Wein, aber es ist dennoch nur ein alkoholisches Getränk mit dem man sich gerne mehr beschäftigen kann - aber eben auch nicht muss.) Wer also, wie schon gesagt, diese 'Bestandteile' nicht herausschmeckt, dem sei gesagt: Hauptsache der Wein ist lecker und schmeckt zu vielen Gelegenheiten. Ob man nun Schokolade oder etwas anderes rausschmeckt - wen kümmert es? Es sei hier halt nur erwähnt.

Wenn man ihn nur runterkippt (mögen ja einige auch), dann bleibt ein angenehmer Nachgeschmack, der sehr viel Aroma hat, an Traubensaft erinnert, aber nicht dessen Süße erreicht. Der Wein ist vollmundig, prickelt ein wenig auf der Zunge und lässt sich vorzüglich trinken. Da ich aber eigentlich trockene Rotweine vorziehe, ist dies der Wein, den ich am liebsten Freunden einschenke die einen lieblichen Roten verlangen. Wenn er einige Minuten im Glas steht, bilden sich die klassischen (bei hochwertigen Weinen) ‚Wellenmuster’ des Alkohols am Glasrand, hier besonders schön zu sehen. Gegen das Licht gehalten wirkt der Wein sehr dunkel, tiefrot und wirklich voll. Eine echte Vollreiflese also.
Natürlich passt dieser tiefrote, ohne Reste im Glas liegende Rotwein nicht zu Käse oder deftigen Fleischgerichten – eher schon ist er als Dessertwein oder für zwischendurch geeignet. Der Wein ist anspruchslos und lässt sich am besten zwischen 14 und 18 Grad trinken. Ein wirklich gut ausbalanciertes Stück Rebkunst, mitten aus dem Herzen Rumäniens.

"Prösterchen!!"

 

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