Sonntag, 25. Mai 2008:Zum Internationalen Jahr der Kartoffel

KARTOFFEL-LEGENDE

Wie die Kartoffel in die Welt gekommen ist:

Die Sonne galt im Inka-Reich als oberste Gottheit. Deshalb waren dem Sonnengott viele Tempel geweiht, in denen nur Jungfrauen die Tempeldienste verrichten durften. Doch eines Tages verliebte sich eine der Jungfrauen in einen Ackerbauern. Beide wussten, dass diese Liebe strengstens verboten war und mit dem Tode bestraft werden würde. Als sie zu fliehen versuchten, schickte der König seine Häscher aus, um die beiden Liebenden zu finden. Sie wurden gefangen genommen und sollten mit dem Tode bestraft werden. Das Urteil: Beide wurden lebendig begraben. Und dann das Unfassbare: Die Felder fingen an zu verdörren, die Bäume vertrockneten und die Flüsse versiegten. Kein Tropfen Regen fiel mehr seit dem Urteil. Alles verdörrte. Nur um das Grab der beiden Liebenden herum wuchs saftiges grünes Gras. Von Elend und Hunger gezeichnet baten die Hohepriester den König darum, das Grab öffnen zu dürfen, um die beiden Toten zu verbrennen und ihre Asche im Wind zu verstreuen. Damit wollten sie den Fluch vertreiben. Doch als die Priester das Grab öffneten, waren dort keine Toten, sondern eine dicke Wurzelknolle, die sich teilte und vermehrte. "Pachamama", die Mutter der Erde und Fruchtbarkeitsgöttin hatte den Fluch des Königs in einen Segen für ihre Erdenkinder umgewandelt. Panachamama, die Göttin der Erde, gilt bei den Inkas als oberste Gottheit. Danach kommt "Axomama", die Göttin der Kartoffel. Sie ist weiblich und die Augen spielen bei ihr eine bedeutende Rolle. Das weibliche Prinzip der Lebenserhaltung und Fruchtbarkeit drückt sich auch in den verschiedenen Ritualen beim Kartoffelanbau aus. So durften früher nur Frauen die Kartoffelpflanzen in die Erde legen. Die Männer mussten mit den Grabstöcken die passenden Furchen graben. Fruchtbarkeitsrituale und Zeremonien sind bis heute vor und nach dem Ausbringen der Ernte üblich. Noch immer zählt die Kartoffel bei den Anden-Indianer zu den wichtigsten Nahrungsmitteln.

 

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